Menü

Schund oder Literatur ? Wer entscheidet ?

Literarische Diamanten
sind oft schwer zu finden.
Gibt es Literatur oder Bücher die diese Bezeichnung nicht verdienen ? Ist der Groschenroman wirklich weniger wert als der Literaturklassiker? Entstammt er nicht genauso der Fantasie eines Autors? Ist der Inhalt eines Ebooks anders zu bewerten als ein gedrucktes Buch, was ich in die Hand nehmen kann? Bestimme ich den Wert eines Buches, nur anhand seines tatsächlichen Materials, also der Tinte und dem Papier? Oder geht es vielmehr um die Welt in die ich eintauchen kann, wenn ich dieses Buch lese? Ist eine Welt die nur 99 Cent am Bahnhof kostet also weniger wert wie eine 19,95 Welt aus dem Buchladen?

In letzter Zeit kamen ein paar Diskussionen in meinem Umfeld auf. Es fing an mit "so einen Schund kannst du doch nicht lesen, der ist doch nichts wert". "Ich mag ihn aber und lese ihn gerne" war die Antwort darauf. Die Geschmäcker sind verschieden und die Preise sind es auch. Kann ich einen Jerry Cotton also genau so wertschätzen wie einen Goethe? Vom literarischen Wert für die Menschheit sicherlich nicht. Vom persönlichen Geschmack jedoch schon. Genauso vielfältig wie die Menschen, sind auch ihre Buchgeschmäcker.

Ich finde nicht das man jemanden sagen kann das er ein bestimmtes Genre nicht lesen sollte, bloß weil es in meinen Augen keine richtige Literatur ist. Ich mag auch kein Chic Lit und lese es deswegen einfach nicht. Das heisst aber nicht, dass ich jemanden die Freuden an diesem Genre madig machen muss oder die Arbeit der Autoren, die so etwas schreiben nicht zu würdigen weiß. Auch würde mir niemals einfallen zu sagen, dass ein bestimmter Preis für ein Ebook zu teuer ist, weil ich ja da gar kein Papier zum anfassen habe. Ebooks sind günstiger im Preis weil der Verlag oder Autor keinen Druck in Auftrag geben muss und damit auch Material und Lager, sowie Vertriebskosten gespart werden können. Aber der geistige Inhalt eines Buches und damit auch der eigentliche Wert, sind doch bei einem Ebook genau gleich vorhanden, wie bei der selben Geschichte im Print. Also muss ich dem Autor auch den Respekt für seine Arbeit zollen und zahle dann auch pur für seine Fantasie. Ein Ebook illegal zu downloaden ist genau so schlimm wie jemandem das Tagebuch zu klauen und dann laut vor der Klasse vorzulesen.

Schade finde ich es auch immer wieder, dass bestimmte Genre einfach keine Literaturpreise gewinnen. Die Rahmen für solche Preise sind sehr eng gesteckt und wirken auf mich immer wie bewusst hoch intellektuell gehalten, was ja auch irgendwo ok ist. Ich finde aber das auch öfters mal Bücher die die breite Masse betören so einen Preis verdienst hätten und dann nur deswegen nicht ausgewählt werden weil die Literaturpäpste die Nase über die Massenkompatiblität rümpfen. Dabei kann doch durchaus etwas literarisch wertvolles auch Massenkompatibel sein? Natürlich gibt es viele Bücher die vor allem für eine breite Zielgruppe von Jugendlichen und ratsuchenden Frauen geschrieben sind, die rein wirtschaftliche Interessen vertreten. Das bleibt jedem selbst überlassen ob er sich für den immer gleichen Einheitsbrei entscheidet oder sich selbst mit einem Buch außerhalb seiner Komfortzone überrascht.

Wer fundierten und fachmännischen Einblick in die Literaturwelt bekommen möchte dem empfehle ich die Seite von Karla Paul Buchkolumne

Lasst euch nicht einreden was euch gefallen muss, bloß weil es gerade "in" ist und jeder liest. Schreibt mir Eure Meinung dazu in die Kommentare! Es würde mich sehr interessieren ob ihr auch schon Erfahrungen mit solchen Aussagen zu Euren Büchern gemacht habt.

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden.
Schund oder Literatur ? Wer entscheidet ?

Kommentare

  1. Huhu :)

    Interessanter Beitrag über ein Thema, mit dem ich mich ebenfalls schon auseinander gesetzt habe. Letztes Jahr habe ich mich mit verschiedenen Buch-Bestenlisten aus verschiedenen Ländern beschäftigt und dabei festgestellt, wie stark die Meinungen zu "wertvollen" Büchern auseinander gehen. Waren es LeserInnen, deren Präferenzen zusammengestellt wurden, tauchten gern auch Bücher wie "Harry Potter", "Tintenherz" oder "Die Säulen der Erde" auf; suchten stattdessen KritikerInnen die Werke aus, wurden Titel wie "Parzival", "Moby Dick" oder "Krieg und Frieden" genannt. Bei Literaturpreisen ist das ähnlich. Meist kann ich die Entscheidung für die geehrten AutorInnen überhaupt nicht nachvollziehen.

    Letztendlich kommt es bei Literatur aber gar nicht darauf an, was nun wertvoll ist oder nicht. Es kommt nur darauf an, was gefällt. ;)

    Viele liebe Grüße,
    Elli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Elli
      Ja da gebe ich dir recht. Diese Unterscheide sind mir auch schon öfters aufgefallen und stießen bei mir nicht immer auf Begeisterung. Schön das dir der Blogpost gefallen hat.

      liebe Grüße

      Löschen
  2. Ich find dein Blog cool :) bin der ikdrawingz aus Instagram

    AntwortenLöschen
  3. Ganz richtig. Wenn man anfängt Bücher zu lesen, weil man denkt, man muss, dann verdirbt man sich den Spass am Lesen ganz schnell.
    Bei Literaturpreisen kann ich die Entscheidungen manchmal wirklich nicht verstehen. Stefano D'Arrigo: Horcynus Orca zum Beispiel. Warum wurde das Buch nomminiert? Das liest doch eh keiner.
    Lg Lara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hahah ja liebe Lara da hast du vollkommen recht. Genau das denke ich bei vielen Nominierungen auch immer. Besonders wenn ich sogar noch nie von dem Buch gehört habe. Ein Leserpreis wäre mir als Autor persönlich auch viel viel lieber weil er zeigt das ich meine Leser wirklich erreicht habe.

      Löschen

Name

E-Mail *

Nachricht *