Menü

Indie Book Vorstellung - Schneeleoparden haben blaue Augen


Diese süße Geschichte, wurde mir freundlicherweise von der Autorin zum Lesen zur Verfügung gestellt. Ich liebe Indie Books die noch gänzlich unbekannt sind. Man kann etwas völlig Neues entdecken, von dem man meist noch nie etwas gehört hat. Entweder entpuppt sich das dann als seltenes Kleinod oder als herbe Enttäuschung. Denn eins muss man bei einem Indie Book immer bedenken, man kann nicht den selben Anspruch daran haben, wie bei einem Verlagsbuch von einem großen Verlag. Diese haben viel größere finanzielle Mittel, um ein schickes Cover und Werbung zu machen. Als unbekannter Autor, der sein Buch vielleicht gar als Self Publisher heraus bringt, sieht das ganz anders aus. Umso unterstützender finde ich die Sache. Trotz allem gibt es ein Mindestmaß an Qualität, die ich auch bei einem komplett selbst heraus gebrachten Buch erwarte.

Das Cover von 'Schneeleoparden haben blaue Augen', sieht aus wie eine Kinderzeichnung. Irgendwie finde ich das ganz passend. Da gibt es erst einmal nichts daran auszusetzen. Die Autorin schreibt unter Pseudonym. Kann man machen, finde ich aber in diesem Fall unnötig, da mir Ihr echter Name viel besser gefällt als Nelli Fischer. Das Buch ist bei Amazon als eBook erhältlich. Der Preis ist Ansichtssache. Jeder Autor steckt viel Zeit, Liebe und Mühe in sein Werk und möchte natürlich das beste daraus machen. Dies soll natürlich auch gewürdigt werden, nicht zuletzt durch den Preis. Ich habe aber eBooks von bereits bekannteren Autoren gesehen die günstiger angeboten werden. Wie gesagt, der Preis ist Ansichtssache und sagt natürlich auch nichts über den Inhalt aus. Das Buch hat 113 Seiten und ist damit eher in die Kategorie, längere Geschichte oder sehr dünnes Buch einzuordnen. Das Genre wird von der Autorin als Krimi angegeben. Ich muss sagen, dass ich es eher als Abenteuerroman oder Kriminalgeschichte für jüngere Leser einordnen würde. Das ist natürlich nur meine unmaßgebliche Meinung. Ich finde einfach das es in diese Genres viel viel besser passt. Es hat mich in Zügen doch ein bisschen an Hanni und Nanni oder Schloss Einstein erinnert, auch die Bücher der schwarzen Hand könnte man als Vergleich heran ziehen. Ich finde vom Schreibstil und den logischen Abläufen im Buch, passt es eher in die Altersgruppe 7-14 Jahren. Ich denke in diesem Alter ist die Geschichte ein Knüller. Abgesehen vom Anfang, der mir absolut gar nicht gefallen hat aber dazu komme ich noch, ist die Geschichte wirklich lustig und für jüngeres Publikum bestimmt auch gruselig.

Alles beginnt mit Emma, unserer Hauptfigur. Emmas Eltern sind geschieden und beide schwer beschäftigt. Ihr Vater ist Regisseur und hat eine neue blonde Flamme. Ihre Mutter ist Physikerin, die mit dem Kopf nur in den Elementarteilchen steckt. Darum wird Emma von Ihnen aufs Internat geschickt. Schloss Greifenhorst ist nicht nur ein furchtbar staubiger Kasten mit ziemlich versnobten Mitschülern, nein es sollen sich auch Geister und grauenhafte Mönche nachts auf dem Gelände der Schule herum treiben. Emma glaubt davon kein Wort, bis auf ungeklärte Weise Mitschüler verschwinden und mit Gedächtnisverlust wieder auftauchen. Emma und ihre Freunde wollen der Sache auf den Grund gehen und ermitteln auf eigene Faust. Haben etwa der streitsüchtige Sten oder der Schönling Eduardo etwas damit zu tun ?

Die Geschichte klingt erst einmal ganz gut und das ist sie im weiteren Aufbau auch. Sie geizt allerdings nicht mit Klischee Charaktereigenschaften aber das ist nicht unbedingt schlimm. Es schadet der Geschichte nicht. Der Anfang ist jedoch wirklich nicht gelungen. Viel zu viel Handlung wurde in viel zu wenig Sätze gepackt. Man stürmt mit uns als Leser geradezu durch die Einleitung. Man hat kaum Zeit die einzelnen Personen die auftauchen richtig kennen zu lernen und sich ein Bild von Ihnen zumachen. Hier hätte man so gutes Potential gehabt und in aller Ruhe, erst einmal die Figuren beschreiben können und die Grundlage für das Setting liefern können. Dann hätte man mit Sicherheit auch noch ein paar Seiten mehr gemacht, denn am Erzählstil an sich liegt es nicht. Ich wollte das Buch schon wieder aus der Hand legen denn es war wirklich nicht schön zu lesen, man konnte kaum folgen. Doch es wurde viel besser als Emma im Internat ankam. Von hier an wurde der Erzählstil viel langsamer und auch etwas ausgefeilter. Für mich gab es auf jedenfall ab diesem Punkt eine deutliche Veränderung. Es wirkt fasst so, als sei die Geschichte von hier aus durchdacht worden und der Anfang nachträglich, als Einleitung hinzugefügt worden.

Emma als Protagonistin gefällt mir gut. Sie ist vorlaut, lässt sich nicht so leicht einschüchtern und ist eine starke Persönlichkeit. Ihr Schwärmen für die Jungs im Buch war ok, wenn auch manchmal etwas zu übertrieben. Die anderen Charaktere haben ebenfalls ihre liebenswerten Eigenarten. Ecken und Kanten machen einen Charakter ja erst interessant. Das Schloss hat mich wirklich sehr an das typische Schloss aus den Hanni und Nanni Geschichten erinnert. Fand ich aber auch vollkommen in Ordnung. Allerdings finden sich doch einige Logikfehler im Gedankenablauf der Charaktere, auch habe ich einige Satzbau und Rechtschreibfehler gefunden. ( Darth Vader wurde z.B. falsch geschrieben ;-) das fällt natürlich leider besonders auf ). Auch bei einigen Themen wie der Physik findet sich eher freie Interpretation statt Recherche. Jetzt könnte man meinen das wäre kleinlich. Bei einem Buch für Erwachsene gehört Recherche aber einfach dazu. Schließlich kann heute jeder googeln was richtig oder falsch ist und es bringt mehr Authentizität in das Buch, oder eben auch nicht. Bei Kindern ist das etwas anderes, da fallen erfundene oder ungenaue Fakten nicht so auf. Weiter kommt hinzu, dass ich bei einem Buch für das Geld verlangt wird auch ein Lektorrat erwarte. Denn das schließt falschen Satzbau und Rechtschreibfehler aus. Es stört einfach den Lesefluss wenn es zu oft vorkommt. Die Sprache ist normale Alltagssprache, versetzt mit Jugendsprache  und die Autorin ist ein Fan von eigenen Wortkreationen und auch dem Denglischen. Das hat doch für einige Schmunzelmomente gesorgt. Für einen Erwachsenen finde ich die Geschichte aber einfach zu einfach und vorhersehbar. Die geheimnisvolle Komponente mit den Geistern und auch Emmas Eigenschaft allen Personen ein Tier zuzuordnen passt einfach hervorragend in ein Kinderbuch. Alleine schon die Namen der Figuren im Buch sind zum schießen. Für Kinder im Alter von 7-14 Jahren ist es eine gruselige Abenteuergeschichte. Ich würde der Autorin vorschlagen ihr Buch auch in diesem Segment, als solch eines zu vermarkten.

Ich habe mich gefreut, dass ich es Lesen durfte und wünsche Nelly Fischer alles Gute mit ihrem Werk.

Zum eBook gehts hier *

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Cover und Textrechte liegen beim Verlag bzw. beim Autor

Indie Book Vorstellung - Schneeleoparden haben blaue Augen

Keine Kommentare

Name

E-Mail *

Nachricht *