Samstag, 31. Oktober 2015

Rezension Nightmares


Promibücher sind eigentlich nicht immer sehr vielversprechend. Ein Kinderbuch von Jason Segel ? Ist das nicht der knuffig, trottelige Typ aus der Sitcom ? Ja genau das ist er. Mich interessierte das Buch also erst mal gar nicht, als es heraus kam. Als ich durch eine Buchhandlung stöberte fiel mir aber ein bunt-orangenes Cover auf. Die Silouette eines Geisterhauses und mehrere kleine Monster waren darauf und siehe da. Es war Nigtmares von Jason Segel und Kirsten Miller. Jetzt interessierte mich das Buch doch sehr und das nicht nur wegen dem tollen bunten Cover. Denn ich war zwar gewöhnt das Promis Bücher über Sport und gesunde Ernährung schrieben aber Kinderbücher über Albträume ? Das finde ich schon ungewöhnlich. Jason Segel gibt in Interviews zu als Kind selber sehr unter Albträumen gelitten zu haben. Jeder von uns hatte wohl schon einmal einen Albtraum. In der Kindheit gibt es eine Phase da treten sie gehäuft auf. Meistens wenn wir als Kinder zum ersten mal erkennen das es auch nicht so gute Dinge auf der Welt gibt oder wenn wir zum ersten Mal Verlust erleben.

Charlie der Protagonist des Buches leidet auch sehr unter seinen Albträumen doch seine Träume bzw. sein Traum ist etwas ganz besonderes, den er steckt jede Nacht im selben Traum fest. Kaffee und Klebeband für die Augen helfen allmählich auch nicht mehr um wach zu bleiben. Sein Traum wirkt so viel realer als Charlie das von Träumen gewöhnt ist. Das ganze hat angefangen als er in das für ihn gruselige alte Haus seiner Stiefmutter eingezogen ist doch liegt es wirklich an dem Haus oder seiner Stiefmutter Charlotte das Charlie Nacht für Nacht so schlecht träumt ?

Die Geschichte fängt wirklich gruselig an. Charlie ist ein mutiger kleiner Knirps doch man merkt auch das er mit sich und den Umständen sehr zu kämpfen hat. Die Familie wirkt sehr symphatisch und man schließt sie alle direkt ins Herz. Was man von Charlotte seiner Steifmutter zu halten hat bleibt lange Zeit im unklaren und trägt mit zur Spannung im Buch bei. Schön ist auch das sowohl Sprache und Erklärungen nicht zu hochgestochen sind, so dass das Buch auch Kinderbuch bleibt. Sowohl ein 10jähriger könnte es lesen, es hat aber auch mir beim Lesen viel Vergnügen bereitet. So sind Charlies Gedankengänge auch absolut Kindgerecht für einen 12 jährigen beschrieben und spiegeln wunderbar wieder was man in dem Alter denken und fühlen würde. Trotzdem ist das Buch nicht nur Kinderbuch, denn es versetzte auch mich in eine Zeit zurück, durch die jeder von uns mal durchmusste. Es hat mich an gute und schlechte Dinge erinnert und am Ende mit Zuversicht erfüllt.

Im Buch sind wirklich alle erdenklichen Arten von Albträumen in Personifizierung sämtlicher Monster vertreten. Ein bunter Haufen an Gestalten, manche Freund manche Feind. Alle sehr liebevoll beschrieben. Gruselig ja, aber nicht zu gruselig. Es war eine schöne Art sich zu gruseln. Die Vorkommnisse die die Albtraumwelt mit der Realen Welt vermischen waren auch sehr spannend und schlüssig. Es war rund herum eine schöne, gut durchdachte und abgeschlossenen Geschichte. Es geht darum seine Ängste zu überwinden, zu erkennen das mehr in einem steckt als man denkt. Das man nicht alleine ist und es keine Schwäche ist sich von seinen Freunden helfen zu lassen. Das viele von unseren Ängsten unbegründet sind und nur wir selber ihnen diese Macht verleihen. Es geht auch um Trauer und den Verlust eines geliebten Menschen, dass war so schön kindgerecht in die Geschichte eingebaut, dass das Buch viel mehr als ein blosses Mutmach-Buch ist. Ich werde den Folgeband auf jeden Fall auch lesen und freue mich schon auf weitere Geschichten von Charlie und seinen Freunden. Das Buch würde sich auch super zum Vorlesen eignen und ist der perfekte Lesestoff für Halloween oder für Kinder die unter Albträumen leiden.

Zum Buch erschienen in deutscher Version beim Dressler Verlag geht es Hier*

Zur Sonderseite der Trilogie, der zweite Band erscheint jetzt im November geht es hier*

Ich wünsche Euch allzeit schöne Träume

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Rezension Zwischen Licht und Finsternis




Es wurde für mich mal wieder Zeit etwas fantasievolles zu lesen. Ich wollte etwas mit Spannung, Liebe und kleinen Monstern und ich habe es gefunden, zwischen Licht und Finsternis. Das wunderschöne Hardcover von Cickenhouse/ Carlsen.

Lily ist sechzehn und eine begabte Hackerin. Ihr Vater ist Anwalt für Menschenrechte und Lily versucht hin und wieder ihm mit ihren Computerkenntnissen zu helfen, um Leute auf zu spüren.  Eines Tages schnüffelt sie hinter jemanden her und entdeckt dabei den gut aussehenden Reagan. Doch hinter dem scheint mehr zu stecken als es zuerst den Anschein hat. Dann häufen sich merkwürdige Vorfälle in London und mehrere Mädchen verschwinden. Lily wird mitten in eine Welt hinein gezogen von der sie bisher keine Ahnung hatte. Denn Mitten in London existiert mehr als man auf den ersten Blick sieht.

Das Buch hatte mich dieses mal schon von den ersten Seiten an. Man lernt Lily und ihren Vater kennen und es ist direkt spannend in der Handlung. Man merkt das sie ein gutes Team sind, kann sich Lily als Person gut vorstellen, das ist ja immer wichtig, ob der Charakter auch authentisch ist. Reagan gefällt mir auch sehr gut, da er nicht übertrieben dargestellt ist. Das hätte hier leicht passieren können, da in ihm natürlich mehr Fähigkeiten stecken als Lily zuerst annimmt. Die Geschichte ist ganz gut durchdacht und wir als Leser haben eigentlich genau so wenig Durchblick wie Lily selbst. Reagan zieht sie an der Hand durch eine fantastische Welt in Welt, in der Wesen aus Fabeln genau so auftauchen, wie korrupte Beamte und geheimnisvolle Straßenkehrer. Natürlich nähern sich  Reagan und Lily dabei immer mehr an, obwohl Reagan sich alle Mühe gibt, dass das nicht passiert. Doch er hat nicht mit Lily's Dickkopf gerechnet. Lily ist trotz ihrer Zerbrechlichkeit und der Sache mit ihrer seltenen Blutgruppe mutig und tough. Überhaupt gefiel mir die Sache mit dem Blut überaus gut. Das eine geheime Genetik dahinter steckt, die im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine zentrale Rolle spielt, ahnt man schon wie Lily verletzt wird.

Die Wesen im Buch sind alle sehr detailverliebt beschrieben und das müssen sie auch sein finde ich. Das gehört einfach dazu, wenn man über Fantasy- und Fabelwesen schreibt. London ist auch einfach der perfekte Ort für diese Geschichte und es wird nicht mit Schauplätzen gespart. Ob es der Underground, kleine Gässchen, die Themse, die in Büchern sehr beliebte Black Friars Bridge oder St.Pauls Cathedral ist. Da ich Geschichten mit Londoner Flair ausgesprochen gerne mag, ist mir das besonders wohlwollend aufgefallen. Lily's Vater ist allerdings eine sehr tolerante Elternperson. Zu tolerant, dass kam bei mir nicht ganz glaubwürdig an. Ich denke nicht, dass wenn mein Kind ständig nachts weg bliebe und völlig fertig und zerschknautscht, irgendwann wieder auftaucht, dass ich so ruhig bleiben und so schnell wieder nachgeben könnte. Wenn es dann sagt ich bin mal wieder weg, kann dir leider nichts erklären Pops. Ich mochte Lily's Vater als Figur im Buch aber so blieb er doch eher eine nicht ganz glaubwürdige Randerscheinung. Auch eine Szene mit Lily's Schulfreunden und besonders ihrer angeblich besten Freundin Sam blieb eher oberflächlich. Für mich hat sich Lily wie eine Einzelgängerin verhalten. Soziale Kontakte schienen sie nur beim Recherchieren auf Facebook oder Twitter zu interessieren.

Die sozialen Medien waren genial ins Buch eingebaut muss man sagen. Nicht nur durch Lily's Hacker Kenntnisse konnte man sehen das Big Brother uns schon längst überall an öffentlichen Orten beobachtet auch Facebook, Twitter und Co zeigten mehr an, als man immer so denkt und halfen Lily und Reagan bei ihren Ermittlungen nach den verschwundenen Mädchen. Leider half es auch immer wieder der anderen Seite sie zu finden. Was Lily dann tut um einen Teil der Dinge auf zu halten zeigt auch was für einen Einfluss die sozialen Medien heutzutage haben können. Das war ein kritischer Wink mit dem Zeigefinger im Buch der mir auch sehr gut gefallen hat. Lily kam quasi über all rein wo sie wollte. Das Reagan da eher ein altmodischer Typ war, der noch nicht mal ein Handy besitzt erinnerte mich zuerst an einen Verschwörungstheoretiker, aber bei ihm hat das natürlich ganz andere Gründe. Irgendwie ist das sehr süß wie Lily versucht ihn für ihre digitale Welt zu begeistern und er schließlich auch die Hilfe die ihm das bringt annimmt.

Das Ende hat mich ein bisschen an X-Men erinnert. Ich finde damit könnte man einen Teil der Auflösung am Ende am ehesten Vergleichen. Ansonsten war die Story wirklich etwas komplett eigenes. Es gab mehrere unvorhersehbare Wendungen und am Ende hat uns die Autorin ganz schön lange zappeln lassen. Es ist abgeschlossen und ließt sich gut als Einzelband aber das Ende ist so konzipiert das man daraus auch einen Folgeband erstellen könnte. Schauen wir also mal wohin Lily und Reagans Weg noch geht. Es war ein schönes Fantasybuch das man locker weglesen konnte. Nichts schweres oder überladenes, sondern einfach eine gute Geschichte mit einfacher Sprache und schönem Drive.

Zum Buch ( 400 Seiten) erschienen bei /ChickenHouse geht es hier*

Ich wünsche euch einen altmodischen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Freitag, 23. Oktober 2015

Buchmessen - Bilanz

Frankfurter Buchmesse 2015

the first cut is the deepest


Ich war ja so was von aufgeregt. Meine erste Buchmesse und ich wusste gar nicht so richtig was mich erwartet. Ich hatte vorab nur zwei Termine angenommen, weil ich die Messe ganz bewusst und in Ruhe geniessen wollte, ohne von A nach B hetzten zu müssen und ich wurde dafür belohnt. Denn die Termine die ich dann hatte waren so schön, dass man dort auch gerne länger verweilte und sich unterhielt und da wäre es sehr schade gewesen, wenn ich direkt wieder weiter gemusst hätte.

Die Frankfurter Buchmesse ist wohl ein Muss für jeden Bücherwurm. In mehreren großen Hallen präsentieren sich große und auch kleine Verlage, sowie alles was um und mit Literatur zu tun hat. Zahlreiche Autoren tummeln sich zu Lesungen und Signierstunden. Nicht nur deutsche, sondern auch internationale. Dieses Jahr waren z.B. Victoria Aveyard ( Die rote Königin) , Jennifer Estep ( Black Blade ) und Kiera Cass ( Selection) da, aber auch Kai Meyer, Sebastian Fitzek, Kerstin Gier , Markus Heitz, Wolfgang Hohlbein, Ursula Poznanski und Co waren anwesend. Genauso wie Daniela Katzenberger, Helge Schneider oder Thomas Gottschalk. Man hat also ein kunterbuntes Potpourri.
Ursula Poznanski im Interview


Kunterbuntes Potpurri an Bloggern und Autoren


Unter der Woche war die Messe nur für Fachbesucher, Presse und eben uns vorab akkreditierte Blogger zugänglich. Darum war es auch an meinem ersten Tag bedeutend leerer wie am Wochenende. Das Wochenende war dann ziemlich voll aber auch ziemlich bunt, denn zu den zahlreichen Bücherwürmern gesellten sich dann noch die Cosplayer zur deutschen Cosplaymeisterschaft. Zahlreiche andere Preise wurden auch im Zuge der Buchmesse vergeben. Unter anderem der Friedenspreis des deutschen Buchhandels an Navid Kermani, der Virenschleuderpreis, der Man Booker Preis, der deutschen Buchpreis, den der sehr sympathische Frank Witzel gewann.


Das Messegelände ist riesig, auch der Aussenbereich war mit Lesezelt und Bühne und noch viel mehr Ständen bestückt, in denen nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Sogar Amnesty International hatte sich aufgebaut. Ich lief zuerst etwas ziellos umher, bis ich das wahnsinnig große Glück hatte den Autorinnen Stefanie Hasse und Jennifer Wolf quasi in die Arme zu laufen, die am Carlsen/ Impress Stand standen. Da ich an der Book Elements Leserunde teil genommen hatte, konnte Stefanie Hasse mich zuordnen und hat mich direkt so herzlich warm begrüßt, dass man sich nur willkommen fühlen konnte, auch Jennifer Wolf war super lieb und ich bekam direkt ein paar Karten von Morgentau und Abendsonne signiert. Pures Glück und der genialste Messeeinstieg den ich mir wünschen konnte. Stefanie Hasse ist ja durch ihren bekannten Blog Hisandherbooks sowieso ein alter Messehase und so liefen wir zusammen ins Pressezentrum damit ich doch noch ein heiß begehrtes Schlüsselband der Buchmesse zum Karten umhängen bekam. Ich kann mich nur noch mal tausendfach dafür bedanken. Als ich dann auch noch Vanessas Bücherecke kennen lernte war der Einstieg wirklich perfekt.

Mit den tollen Autorinnen Stefanie Hasse und Jennifer Wolf

Perfekter Einstieg und tolle Bloggertreffen


Danach ging es weiter mit dem #Blogntalk bei Randomhouse. Die Verlagsgruppe hatte einen riesigen Stand der alle Verlage repräsentierte die der Gruppe angehören. Mit 100 anderen Bloggern und einer menge Autoren u.a. Julia Engelmann, Gesa Schwartz, Sabine Zett konnte man ein nettes Pläuschchen halten und sich den Interviewfragen widmen, die man in der Vorbereitung bekommen hatte. Dort traf ich dann zum ersten Mal auf einen wilden Haufen anderer Blogger und Booktuber u.a. Exlibris Lisa, Sara Bow, Tapsis Buchblog, Zwei Sichten auf Bücher, KapitaelchenKerstin Scheuers Blog, Lottas Bücher, der Bücherkeks und und und. Es tut mir leid wenn ich hier jemanden vergessen habe zu nennen. Leider reichte die Zeit nicht aus um sich mit jedem zu unterhalten und alle kennen zu lernen auch wenn ich das gerne gemacht hätte. Ich erwischte auch nicht alle Autoren die am Stand waren. Dafür waren wir einfach zu viele und die Unterhaltungen einfach zu toll. Ich merkte direkt Buchblogger sind ein kommunikatives Völkchen.

ganz schön voll beim Blogntalk am Randomhouse Stand
Die liebe Anni und  die super nette Sara Bow, endlich habe ich sie mal live gesehen!
mein Herzblatt Exlibris Lisa
meine Sicht zwischen Zwei Sichten auf Bücher
Julia Engelmann war zwar sehr erkältet aber überaus sympathisch
Meine Interviewpartnerin Sabine Zett, es war sehr lustig mit dir

Buchblogger sind ein sehr kommunikatives Völkchen


Anschließen streifte ich noch etwas über die Messe und sah mir einige Stände in der Halle 3.0 an. Manche Stände waren so aufwendig gestaltet wie eine Filmkulisse, andere waren so groß, dass sie einem eigenen Häuserblock glichen. Die kleineren Stände waren irgendwie sehr heimelig und erinnerten mich dann an die kleine Buchhandlung um die Ecke. Ich habe glaube ich keinen Stand gefunden der mir gar nicht gefiel. Leider konnte ich am Freitag dann nicht länger auf der Messe bleiben da ich bis 14 Uhr im Hotel eingechecked haben musste. Mein Mann war so lange mit Flynnbert ( unserem Hundi ) durch Frankfurt gestreift. Ich sammelte die beiden also wieder ein und wir fuhren ins Hotel. Das lag zum Glück nur 7 Minuten von der Messe entfernt. Die zweite Hälfte des Tages machten wir dann ein bisschen Sight Seeing in Frankfurt, Bankenviertel, Börse, der bronzene Stier davor und die Innenstadt. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Frankfurt sind sehr gut, alle paar Minuten kommt die nächste Bahn und man ist überall schnell hin gefahren. Danach war ich dementsprechend platt und es ging ins Bett.
Die Ullsteineule, begehrtes Fotomotiv
Atlantikverlag Agatha Christie Reihe mit neuen Covern
Wunderschöner Stand von Hoffmann und Campe

Der weiße Baum von Bastei Lübbe
kunterbuntes Reclam Klassiker Regal


The fuller way on Saturday


Am Samstag morgen sprang ich voller Tatendrang auf und wir waren pünktlich um 9 Uhr auf der Messe. Ich wollte schon in die erste Halle stürmen als mein Mann mich daran erinnerte das Frühstück jetzt auch mal nicht schlecht wäre. Nachdem ich ihn aus dem Bett gezerrt hatte und ihn wie ein Huhn zur Messe getrieben hatte ohne ihm etwas zu Essen oder einen Kaffee zu gönnen musste ich da natürlich erst einmal einlenken. Da um 10:00 Uhr erst die Präsentation des Handletterings war die ich sehen wollte, hatten wir auch noch etwas Zeit. Frau Annika stellte dort ihr Buch vor und demonstrierte direkt einmal die Grundzüge des Handlettering. Diese Form kunstvolle Texte und Buchstaben zu malen gefällt mir total gut. Mein Paloma Pixel Rundlogo habe ich unter anderem mit Letteringtipps von Pinterest selbst entworfen. Jetzt werde ich mir aber das Buch von Frau Annika zulegen.
das Handletteringbuch von Frau Annika

Droemer Knaur Eat&Greet top!
Danach ging es weiter Gang für Gang durch die große Halle 3.0 in der sowohl der Carlsen Verlag als auch Loewe, Ullstein, Hoffman und Campe, dtv, Piper, Bastei Lübbe, Aufbau, Atlantik, Randomhouse, Dressler, Oetinger, edel, GU, Ravensburger, Kosmos, und noch so so viele mehr zu finden waren. Es war die reinste Reizüberflutung. Die Gänge waren zum Teil so verstopft das man kaum noch durch kam und sich nur im Pinguingang durch die Menge bewegen konnte. Das war mir persönlich dann doch etwas zu voll und ich war froh als wir uns vorgearbeitet hatten und dann am Stand von Droemer Knaur sogar einen Sitzplatz bekamen. Das passte sehr gut da ich dort um 12:30 zum Eat&Greet eingeladen war. Nach und nach trudelten auch dort Autoren und die anderen Blogger und Youtuber ein. Man sah altbekannte und neue Gesichter und kam mit neuen Leuten ins Gespräch. Autorin Susanna Ernst hatte sogar extra Kekse mit den Covern ihrer Bücher gebacken und auch sonst war das Treffen bei Droemer Knaur bestens organisiert und sehr schön. Ich hatte mich schon wieder total fest gequatscht mit Susanna Ernst, Sternenstaub Buchblog, Passion4books und den beiden von Mundo Libris aber das Lovelybooks Blogger und Lesertreffen nahte und da wollten wir gerne alle auch noch hin.
Susanna Ernst stellt sich unseren Fragen beim Droemer Knaur Eat& Greet
Yasmin vom Sternenstaub Buchblog
Susanna Ernst hat extra Coverkekse gebacken
Anna von Passion4books

 Wo bitte gehts zur Raubtierfütterung ?


Gedränge bei Lovelybooks
Also machten wir uns auf zum Orbanism Space und sahen uns bereist eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung einem völlig zugestopften Gang gegenüber. Naja, man traf auf Astrolibrium und andere bekannte Blogger und quatsche fröhlich vor sich hin während es um uns herum immer voller wurde. Aufgrund der Öffentlichkeit der Veranstaltung und der angekündigten 500 Goodiebags gab es wohl auch den ein oder anderen raffgierigen Messebesucher der nur zufällig vorbei kam und etwas witterte. Zu den anwesenden Autoren kam man gar nicht durch. Die von Lovelybooks organisierten Minigugelhupfe wurden aber brüderlich durch die Menge gereicht, denn zum Bewegen oder gar herum laufen war kein Platz mehr. Leider war auch mit Megafon in der Menge nichts mehr zu verstehen, als die Raubtierfütterung ähm ich meine die Goodiebag Verteilung begann, wurde ich fast umgerissen und verlor meine kleine Blogger Gruppe. Gott sei Dank ist mein Mann so groß das ich als ich wieder nach draussen gespült wurde aus dem Pulk, seinen Kopf über der Menge aufragen sah. Irgendwer hatte mir sogar ein Goodiebag in die Hand gedrückt. Ich wäre gerne noch geblieben, wollte ich doch die Leute von Lovelybooks oder auch die Autoren gerne persönlich kennen lernen aber es war einfach kein Durchkommen. Es tat mir wirklich leid für die Lovelybooks Leute die alles so schön organisiert hatten. Meine kleine Truppe sehnte sich nach dem Stehen in der warmen Masse nach frischer Luft. Wir traten also den Weg nach draussen an. Leider verlor ich meine Gruppe dann endgültig. Meinen Mann konnte ich allerdings wiederfinden und behalten ;-)

Cosplay and Crossed Ways


Wir sahen uns dann draußen beim Lesezelt und der Open Stage etwas um. Der Innenplatz zwischen den Hallen wimmelte nur so von Cosplayern in bunten und sehr aufwendigen Kostümen. Toll anzusehen. Das lag unter anderem an der deutschen Cosplaymeisterschaft. Es gab auch sehr viele Manga zu bewundern. Illustratoren signierten genauso ihre Werke auf der Messe wie Autoren u.a. Ralf Ruthe, Flixx und Jim Kay der die Schmuckversion von Harry Potter illustriert hat. ich entdeckte sogar eine Dame die als Maya Morgentau vom Buchcover kostümiert war. Sehr toll ! Da hätte die Truppe aus dem Buch Book Elements aber versagt wenn sie plötzlich aus dem Buch gesprungen wäre ;-), die die das Buch schon gelesen haben wissen was ich meine. Alle anderen müssen es dann wohl endlich mal lesen !

Weiter ging es also wieder nur zu zweit über die Messe. Ich hatte schon die Tage zuvor von der Fotoaktion am Thaliastand gehört. Dort konnte man Fotos von sich machen lassen und wurde dann in einen beliebigen Hintergrund hinein montiert. Da gab es Hogwarts, Herr der Ringe, das Universum den Times Square usw. Mein Mann und ich entschieden uns für die Baker Street. Unter dem Motto #liesdichweg kann man sogar noch etwas mit dem Foto gewinnen. ich finde aber das es einfach eine schöne Erinnerung an die Buchmesse ist. Wir zogen weiter durch die Hallen. Es gab ja noch so viel zu entdecken. Viele toll genaue Stände, noch toller Bücher und wunderbare Menschen. Unterwegs traf ich dann Karla Paul am edel Stand und konnte sogar ein kleines Gespräch mit ihr führen und ein Foto machen. Ich war hin und weg, denn ich liebe sie und ihre Buchkolumne.  Die liebe Anabell von Stehlblueten lief mir dann auch noch über den Weg und wir konnten zumindest kurz ein Foto machen.

Karla Paul war so super im kurzen Gespräch
Die hübscheste Blogkollegin Stehlblueten
das heiß begehrteste Sofa auf der Messe am Atlantik Verlag Stand

Indonesien und Star Wars


Das Literaturland für dieses Jahr war ja Indonesien und deswegen machten wir uns auf den Weg, den Indonesien Pavillon zu suchen. Dabei schlenderten wird noch durch das ARD Forum in dem gerade ein Interview mit Matthias Steiner geführt wurde, der ja auch ein Ernährungs- und Lebenskonzept Buch auf den Markt gebracht hat. Der Pavillon war wunderschön beleuchtet und man hatte den Eindruck einer Fantasiereise durch einen anderen Kontinent. Es wurden Land und Leute vorgestellt und natürlich auch Bücher, die mit der indonesischen Kultur zu tun hatten oder von bekannten indonesischen Schriftstellern waren. Sehr sehr schön.

Man merkte übrigens auch an der Buchmesse deutlich das dieses Jahr der siebte Star Wars Film heraus kommt und auch die Trends zu gutem Essen und gesunder Ernährung sowie Fitness waren an vielen Büchern abzusehen. Gesellschaftlich kontroverse Themen scheinen aber auch sehr zahlreich vertreten zu sein bei den Neuerscheinungen. Wir können uns also auf viele schöne Bücher und eine tolle Messe 2016 mit dem Literaturland Flandern und die Niederlande freuen.



In meinem kleinen Video habt ihr einen Snapchat Mitschnitt der beiden Tage, die ich auf der Messe war und könnt live Eindrücke sammeln ;-) Im Video seht ihr auch was so in den Goodiebags gewesen ist. Alle Leute die ich getroffen habe sind auf den Namen verlinkt. Du bist auf meinem Foto und nicht verlinkt? Dann schreib mir und wir holen das nach, ich habe wie gesagt leider nicht alles mitbekommen im Trubel.

Ich wünsche Euch einen kommunikativen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.



Sonntag, 18. Oktober 2015

Rezension ' Mara und der Feuerbringer'

Mara und der Feuerbringer war ein Wunschbuch, was ich unbedingt lesen wollte seit dem ich den Trailer zum Film gesehen hatte. Vorher hatte ich die Bücher überhaupt nicht auf dem Schirm. Doch als ich den Trailer sah, war ich sofort, sozusagen Feuer und Flamme. Leider lief der Film dann in keinem Kino in meiner Nähe, somit muss ich mich bis zum 22. Oktober gedulden, wenn die DVD heraus kommt. Die Zeit bis dahin wollte ich nutzen die Bücher zu lesen.



Der Autor Tommy Krappweis ist auch als Comedian und Schauspieler, sowie als Mitgestalter von Bernd das Brot bekannt. Ich erwartete also nichts hoch literarisches aber eine gute Prise Humor im Buch. Die Hardcover Bücher gefallen mir schon einmal sehr gut. Die feuerrote Mara auf dem Cover und die Schnörkel, die etwas altertümlich erscheinen sollen passen. Zu Tommy Krappweis Page geht es hier*

Im Buch ist Mara ein ganz normaler, wenn auch etwas schüchterner Teenager. Maras größtes Problem ist ihre hippiehafte Mutter die sie immer wieder auf New Age und Hexenseminare schleppt. Baumumarmen, Energiepyramiden, Handauflegen. Mara ist arg genervt von den Spinnereien ihrer Mutter und gibt ihr indirekt die Schuld daran das sich ihr Vater nicht mehr bei ihr meldet. Maras zweites Problem ist ihre Klassenkameradin Larissa die sie wegen ihrer ausgeprägten Tagträumereien aufs übelste hänselt. Kurz um, Mara hat die typischen Probleme eines jungen Mädchens. Wäre da nicht auf einmal ein sprechender Zweig der Mara beauftragt die Welt zu retten. Na wenn es sonst nichts ist. Ausgerechnet sie soll die letzte große Seherin sein und nur sie hat Fähigkeiten die dem Halbgott Loki Einhalt gebieten können.

Der Leser wird mit Mara zusammen in eine Welt der Mythen und Sagen gezogen. Man weiß nicht mehr in welcher Realität man sich noch befindet. Unsere Welt, oder die, längst vergangener Götter und Helden. Mara wirkt sehr verträumt und sympathisch wenn man das Buch beginnt. Der Einstieg war für mich etwas holprig. Irgendwie war er mir zu kurz, um mich direkt in die Charaktere einfühlen zu können. Dann geht es plötzlich mit großen Schritten in die Fantasywelt, als der sprechende Zweig auf den Plan tritt und Mara mit ihren Nachforschungen beginnt. Man weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht wo die Reise mit Mara überhaupt hin geht. Das sie dann auf die Idee kommt diesen unerklärlichen und magischen Vorgängen mit Rationalität und Wissenschaft zu begegnen finde ich total süß. So lernt sie auch Professor Weissinger kennen der quasi die zweite Hauptfigur im Buch darstellt. Er ist ebenfalls eine sehr sympathische Figur die Mara kompetent und bedingungslos zur Seite steht. Gewundert hat mich bei diesen Szenen im Buch das er sich als hochdekorierter Professor für germanische Geschichte so einfach von Maras Visionen hat überzeugen lassen. Diese Visionszenen sind sehr schön beschrieben. Es ist jedes mal als ob man mit Mara zusammen einen Sprung ins kalte Wasser macht.. Allerdings habe ich nicht jede Szene sofort verstanden. In germanischer Mythologie kenne ich mich nicht besonders aus und den Glossar mit den Erklärungen habe ich leider erst gefunden als ich das Buch schon zu Ende gelesen hatte. Ihn hätte man vielleicht besser an den Anfang gestellt. Die Szenen sind recht Action geladen. Man kann sich gut in Mara hinein versetzten wie sie auf der einen Seite versucht ihre Gabe zu erforschen aber auch im Zaum zu halten. Bevor sie Professor Weissinger findet, fühlt sie sich alleine und isoliert. Wie alle großen Helden mit einer wichtigen Aufgabe oder einzigartigen Fähigkeiten.




Wenn man nur den Marvel Thor kennt, werden einem viele Begriffe im Buch fremd erscheinen. Wie gesagt ein Tipp, dass Glossar mit den Erklärungen befinden sich am Ende des Buches. Man versteht die Geschichte aber auch wenn man sich nicht mit der Götterdämmerung auskennt. So konnte ich noch was neues darüber lernen. Man sollte übrigens keine Angst vor Schlangen haben, denn es gibt einiges an mythologischen und echtem Viehzeug im Buch  Als die Geschichte richtig an Fahrt aufnimmt und man zusammen mit Mara endlich ein paar Sachen aufgedeckt hat, lässt sich das Buch auch sehr flüssig lesen. Die zu Anfangs so unsichere Mara versucht mit aller Tatkraft sämtliche Probleme aus dem Weg zu räumen. Professor Weissinger erweist sich dabei als zuverlässige Konstante. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und sind doch ein super Protagonistenpaar. Er symbolisierte für mich das Alter, Das Wissen, die Ruhe und Besonnenheit während sie die ungestüme naive Jugend darstellt die sich in alles blindlinks hineinstürzt. Der große Showdown im Buch ist mit einiger Komik gespickt. Diese kleine Spitzen im Buch waren gut dosiert und haben mir gut gefallen. Es war irgendwie charmant. Ich werde auf jedenfall die nächsten Teile auch noch lesen

Zu den Büchern geht es hier *

Ich wünsche euch einen sagenhaften Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Freitag, 16. Oktober 2015

Rezension 'Ungläubiges Staunen' von Navid Kermani



Zu erst muss ich etwas weiter ausholen damit ihr versteht, warum ich mich entschied mich genau für dieses Buch zu interessieren. Warum ein Buch lesen das ein Muslim über seine Interpretation und Eindrücke des Christlichen Glaubens geschrieben hat? Nun wir Christen leben unseren Glauben nicht mehr besonders. Sicher, wir sind alle irgendwie, irgendwann mal zur Kommunion oder Konfirmation gegangen, wurden getauft und hatten in der Schule Religionsunterricht. Aber wer geht heute noch jeden Sonntag zur Kirche ? Ich kenne niemanden in meinem Umkreis bei dem das noch eine Rolle spielt, vor allem nicht im Alltag. Vielleicht noch an Weihnachten oder Ostern, weil jeder sich freut ein paar Tage frei zu haben. Zeit für die Familie und Geschenke austauschen zu können. Leckeres Essen gibts auch aber niemand scheint die Religion noch wirklich zu brauchen. Brauchen wir sie überhaupt oder wären wir als Atheisten besser dran auf der Welt ? Keine Glaubenskriege, keine Grundsatzdebatten, kein nerviges Glockengeläute? Die Kirche hat es sich gewisser Maßen selbst verdorben. Jahrtausende hat sie Macht und Geld gesammelt und sich in politische Dinge eingemischt. Aber heutzutage sind die Leute nicht mehr so gutgläubig und auch das Geld um sich die Seele frei zu kaufen sitzt nicht mehr so locker. Wir haben längst andere Dinge um uns selbst zu retten gefunden. Veganismus, Ausdauersport, Greenwashing, Elektroautos, Clean Eating, Urban Gardening, Selbstfindungskurs, Yoga. Manchmal scheinen ausgefallene Hobbys oder ein gewisser Lifestyle, führt uns heute ins neue Nirvana. Da führt einen der Badewannenskandal von van Elst oder die Missbrauchsvorwürfe an die katholische Kirche nicht gerade zurück in die kalten Hallen der nächsten Kathedrale.

Der einzige Ort oder das einzige Szenario in dem die Leute sich heute noch auf die Religion besinnen ist das Krankenhaus. Todkranke Menschen klammern sich an jeden Strohhalm. Ich bin Krankenschwester und erlebe dort immer wieder das sowohl Betroffene als auch ihre Angehörigen, die sonst nichts mit Religion am Hut hatten, Heiligenbildchen aufstellen oder den Rosenkranz beten. Ob es hilft ? Der Glaube kann Berge versetzten und dieser Satz ist der, der hilft. Hat man eine positive Einstellung kann man eine schwere Erkrankung eher überstehen. Das hat etwas mit Resilienz zu tun. Insofern hilft es, auch beim Sterben. Denn derjenige der mit dem Gedanken stirbt das danach noch etwas kommt der stirbt ruhiger.

Ich wurde erst mit 7 Jahren getauft und konnte mir das sozusagen selber aussuchen. Meine Eltern waren absolut nicht religiös. Ich glaube wenn es nicht so schwierig gewesen wäre für ein ungetauftes Kind einen Schulplatz zu bekommen, dann hätten sie mich auch nicht auf diese Idee gebracht, mich als siebenjährige für einen Glauben zu entscheiden. Ich war vielleicht zweimal in meinem kurzen Leben in einer Kirche gewesen. Wusste von der Weihnachtskrippe bei der Oma etwas über die Engel, Maria und Josef und das Christuskind. Naja, ich entschied mich für katholisch. Das waren mein Papa und meine Cousins und Cousinen auch. Als Kind denkt man nicht darüber nach ob es Gott wirklich gibt. Man stellt überhaupt sehr wenig infrage. In der Regel hat man noch keine Hiobsbotschaften erlebt mit denen man mit Gott hadern könnte. Für meine Mutter, die evangelisch ist spielte es auch keine Rolle für welche "Seite" der Familie ich mich nun entschied. Da meine Eltern sowieso nicht in die Kirche gingen, wurde auch nicht gestritten in welche. Meine eigentliche Taufe war dann ein lustiges Fest für mich, an dem ich ein schönes Kleid anziehen durfte und der Priester mich mit Wasser nass spritzte. Eine Bedeutung konnte ich dahinter nicht für mich entdecken. Allerdings überkam mich doch eine Art Dazugehörigkeitsgefühl. Ich war jetzt katholisch, so wie alle anderen Freunde auch. Das fand ich schön. In der Schule konnte ich so mit dem Hauptteil meiner Freunde in den Religionsunterricht gehen und alle zusammen bedauerten wir den armen kläglichen Rest an Schülern, die in den evangelischen Unterricht mussten. Muslimische Schüler gab es an meiner Schule damals so wenige, dass sie keinen eigenen Religionsunterricht hatten und in unserem mit sitzen mussten. Sie haben sich immer furchtbar gelangweilt. Wir allerdings auch.

Je älter man wird und vor allem als Teenager, stellt man alles in Frage. Vor allem das Weltbild und die Dinge die einem die Eltern zuvor als richtig beigebracht haben. Nun ich war da keine Ausnahme und ging meinen Eltern gehörig auf die Nerven. Ihre frühere Sorglosigkeit was Freiräume und Selbstbestimmung von mir als kleines Kind anging, rächte sich nun ein ganz kleines bisschen, genau mit eben diesen Attributen. Mit 16 entschied ich, dass die katholische Kirche mit ihrem tattrigen Papst und den verstaubten Ansichten absolut nichts für mich ist. Eine meiner besten Freundinnen und ich fuhren damals schon zum wiederholten Male auf der Jugendfreizeit der evangelischen Kirche mit, obwohl wir beide katholisch waren. Irgendwie kam uns die evangelische Gemeinde lockerer, jünger und toleranter vor und das gefiel unserem rebellischen Ich. Luther als Revoluzer der alten Kirchenväter passte da gut in unser damaliges Bild. Kurzum nach vielen schönen Erfahrungen mit diversen Kinder und Jugendfreizeiten entschlossen wir uns zu konvertieren. Wir wurden also evangelisch und wurden praktischerweise auf Grund unseres Alters direkt konfirmiert. Dieser Schritt war zum ersten mal etwas ganz bewusstes, denn wir waren alt genug um zu verstehen was es heisst zu glauben. Ob wir das wirklich taten kann ich so gar nicht mehr sagen. Ich war mir sicher das es irgendwo im Universum eine Macht und einen tieferen Sinn geben musste. Ob man sie nun Gott oder anders nennt. Ich fühlte mich wohl mit meiner Entscheidung und in der damaligen Gemeinde. Meine Freunde und meine Freizeitaktivitäten waren hier und ich hatte einen Ort, wo ich mich mit ihnen treffen konnte. Ob Jugendgruppe, Kirchenchor oder Sommerfest. Ich nahm das volle Programm mit. Man verliebte sich, man lernte neue Freunde kennen, man feierte und man stritt sich. Es war eine schöne Zeit die ich nicht missen möchte, doch zu einem wirklichen Glauben, hat sie glaube ich nicht geführt. Das liegt vor allem bei mir daran das ich finde das keine weltliche Kirche mein Verständnis vom Göttlichen teilt. Für mich ist diese unaussprechliche Macht die das Universum wie Fensterkitt zusammen hält nicht abhängig von einer Menschen geschaffenen Institution. Sie ist in allem und in jedem. Wenn es sie denn wirklich gibt. Heute würde ich mich eher als Atheist bezeichnen der sich wünscht, dass es diese höhere Macht wirklich gibt.

Im Laufe eines Lebens passiert so viel schönes aber auch so viel schreckliches das man sich unweigerlich fragt ob das alles einen Sinn macht. Ob wir nicht doch alleine sind und wie hilflose Ameisen herum krabbeln und irgendwann fängt es eben an zu regnen.

Navid Kermanis Buch, hat mir einen nun wieder ganz neuen Blick auf die Religion ermöglicht. Nicht das ich mich nicht im Laufe meines religiösen Werdeganges schon mit so einigem beschäftigt hätte. Denn er hat einen völlig freien Blick auf die Dinge und ist nicht wie wir, sozusagen betriebsblind. Seine Interpretation vieler christlicher Kunstwerke war zum Teil sehr Augen öffnend. Denn er sieht die Dinge wie sie sind und nicht wie sie mit unserem christlichen Gehirn sein sollten. Ausserdem flicht er ein Band zischen dem Christentum und dem Islam und das können wir in der heutigen Zeit gut gebrauchen, egal auf welcher " Seite" man steht. Das schöne ist ja, wenn man erkennt das Dinge die vermeintlich trennen einen nun doch verbinden.

Kermani macht mit uns eine Reise. Quasi eine christliche Bildungsreise. Jedes Kapitel markiert dabei eine Person oder eine Art Wegpunkt. Häufig ist es ein Gemälde oder eine Skulptur die ein bestimmtes Thema oder eine Person behandelt. Sei es Jesus selbst, Maria oder Judith. Sei es die Liebe, das Opfer oder die Offenbarung. Kermani findet gute Worte um seine Gedanken und Gefühle bei der Betrachtung der Bilder zu beschreiben und warum er mit Aspekten des Christlichen Glaubens mal mehr mal weniger anfangen kann. Er zieht Vergleiche zum Islam, sieht Parallelen oder auch Konfrontationspunkte. Trotzdem finde ich ihn gelungen objektiv und offen. Er kennt sich besser aus wie jeder Allerweltschrist, also wie Unsereins. Er versetzt den Leser wirklich in ungläubiges Staunen, denn für mich ist er kein Ungläubiger. Seine Erklärungen sind zwar oft sehr langwierig und durch die langen, endlos verschachtelten Sätze musste ich doch mehrmals beim lesen ansetzten, aber immer schlüssig und nachvollziehbar. Wer seine Religion noch einmal mit anderen Augen sehen möchte dem empfehle ich dieses Buch und wer sowieso und eigentlich überhaupt nicht glaubt dem empfehle ich es erst recht.



Egal ob es einen Gott gibt oder nicht, die Religion lehrt uns etwas über uns selbst und in diesem Buch kann man ein Stückchen Selbst finden oder zumindest einige sehr gute Geschichten und wunderschöne Fotos von christlicher Kunst. Das Buch ist ein wirklich hochwertiges Hardcover, die Farbfotos von guter Qualität. Für jeden Kunsthistoriker genau so geeignet wie für mich, die sonst eher Fantasy liest und einfach Lust auf ein ernsteres Thema hatte. Das Buch konnte mich begeistern. Man muss sich natürlich schon ein bisschen für Religion, Kunst und Weltgeschichte interessieren denn es ist keine leichte Lektüre. Das war mir aber vorher klar und das Buch hat meine Erwartungen in sofern voll getroffen. Jetzt hoffe ich das Herr Kermani sich mit seinem viel zitierten katholischen Freund zusammen tut und das ganze anders herum noch einmal schreibt. Nämlich wie der Christ den wirklichen Islam zu sehen bekäme und nicht nur das, was wir aus den Medien kennen.


Zum Buch erschienen bei C.H. Beck gehts hier*

Ich wünsche euch einen besinnlichen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Rezension Silber das dritte Buch der Träume



Es ist soweit. Eine weitere lieb gewonnene Buchreihe geht zu Ende. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schlug ich das dritte Buch der Trilogie auf. Ich wollte natürlich wissen wie es weiter geht. Wer Secrecy ist und was nun aus Anabels Dämon wird. Ich wollte aber auch nicht, dass diese Reihe, die mich im wahrsten Sinn des Wortes zum träumen angeregt hat zu Ende ist. Das Cover ist natürlich wieder einmal atemberaubend schön. Ich finde es ist das schönste der Reihe, man kann sich quasi darin spiegeln.

Was soll's, nicht nur ich habe Probleme, denn Liv steht im neuen Buch vor drei ziemlich großen Problemen.
1. hat Sie Henry belogen,
2. werden sie immer noch nicht mit Arthur und dem vermeintlichen Dämon fertig und
3. wollen ihre Mutter und Ernest heiraten und das Bocker hat eine ganz eigene Vorstellung davon wie die Feier abzulaufen hat. Genug Wirbel für zehn also. 

Zwischen Liv und Henry wird es also ernster, zum Glück scheinen sie sich ja wieder zu berappen, sah es doch am Ende von Buch zwei so aus als würden sie sich trennen. Ich finde sie als Paar so gelungen süß zusammen vor allem jetzt wo Henry etwas offener und zugänglicher wird. In den vorherigen Büchern war er ja aufgrund seiner Familiengeschichte etwas abweisend. Nun scheint er mir aber bis über beide Ohren verliebt. 

Das Bocker ist naturgemäß ja schon biestig, dass wird auch im dritten Band nicht besser. Jeder kennt ja den Inbegriff der bösen Stiefmutter oder der Hexe von Hänsel und Gretel. Das passt wunderbar auf diese Figur. In jedem guten Buch muss es auch Bösewichte geben. Zum absoluten Oberbösewicht scheint Arthur Hamilton zu mutieren. Er sieht zwar aus wie ein blondgelockter Engel, stürzt aber Liv und seine ehemals besten Freunde ganz schön in die Krise. Zu allem Überfluss taucht auch die verrückte Anabel wieder im Traumkorridor auf. Als ob ein Verrückter nicht genug wäre. Es wird ganz schön brenzlig für Liv, Henry und Grayson. Hach Grayson mein persönlicher Schwarm aus den Büchern, ist er doch der weiße Ritter ohne Furcht und Tadel. 

Das dritte Buch ist für mich das actionreichste. Es passiert eine ganze Menge, man erfährt endlich wer Secrecy ist. Normale Leute werden verrückt und verrückte Leute scheinen  auf einmal normal. Grayson wird zum Recherchegott, Liv mutiert von der Jungfrau zum Vamp und wieder zurück. Jede Menge Liebesgeflüster mit Irrungen und Wirrungen und nicht zu vergessen den schwarzen Dämonenschatten der durch den Traumkorridor schleicht und Liv eine riesen Angst macht. Kurzum das Buch hat alles was ich erwartet hatte. Das Ende ist allerdings überraschend offen und für mich auch ein wenig unfertig. Ich hätte gerne noch mehr gewusst. Hätte gerne diverse Nebenhandlungen und Charaktere zu ihrem persönlichen Abschluss begleitet. Das Ende ist so offen das mich ein vierter Band oder eine Spin Off Geschichte nicht überraschen würde. Schauen wir mal, vielleicht sehen wir es ja in unseren Träumen ?

Kerstin Gier bei der Lovelybooks Stream Lesung von Silber


Dieses Wochenende bin ich auf der Frankfurter Buchmesse und hoffe Kerstin Gier dort zu sehen. Es wird natürlich einen ausführlichen Bericht hier auf dem Blog geben. Wer live dabei sein möchte der kann meinem Snapchat Palomapixel folgen. Ich werde dort das ganze Wochenende für die daheim gebliebenen Snaps von der Messe machen. Ansonsten wird es noch eine Bilderflut auf Instagram geben.



Übrigens muss ich an dieser Stelle noch einmal den hervorragenden Service des Buchladen Nippes loben. Leider hatte ich keine Karten mehr für die Silber Premierenlesung bekommen. Dank des tollen Services konnte ich dort aber ein signiertes Exemplar vorbestellen das mir am Erscheinungsdatum nach Hause geliefert wurde. Das war einfach super ! Schaut unbedingt mal vorbei !  Zum Buchladen Nippes gehts hier*

Zur großen Silber Trilogie Seite hier*

Ich wünsche Euch einen traumhaften Tag

Ich hoffe ich kann ganz viele von Euch auf der Messe treffen und mich mit Euch austauschen und quatschen ;-)

Eure Paloma Pixel

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Samstag, 10. Oktober 2015

Lesung ' Mörderhotel ' von Wolfgang Hohlbein



Wolfgang Hohlbein ist ein Autor den ich schon seit meiner Kindheit lese. Ich kenne wenige Autoren die so viele Titel und so viele Bücher geschrieben haben und über so eine lange Zeit erfolgreich damit sind. Das fängt an mit Märchenmond und geht über Horus, Hagen von Tronje aber auch natürlich sein Bestseller das Druidentor. Unzählige Fantasyromane, gerne inspiriert von nordischen oder orientalischen Sagen, von Vampirmythen, Kriegern und Kämpfern oder alten Märchen.

Umso überraschter und neugieriger war ich, als ich hörte das sein neues Buch ein Thriller ist. Bei der Lesung erzählte er, dass er schon immer gerne mal eine Kriminalgeschichte schreiben wollte. Die Geschichte um den Serienmörder Henry Mudget inspirierte ihn dazu. Warum ? Weil sie so unglaublich ist das er sie selber am Anfang nicht für wahr halten wollte. Henry Mudget war Arzt und betrieb ein Hotel in Chicago um die Jahrhundertwende. Er brachte dort nachgewiesene 27 Opfer auf zum Teil bestialische Weise um. Hatte wohl eigens dafür hergerichtete Folterkammern. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Opfer ist unfassbar hoch und unbekannt. Er war einer der ersten Serienmörder der USA. In Mörderhotel wird seine Geschichte zu einer neu interpretierten Geschichte geformt. Im Buch sind nicht alle 27 Morde, aber die Morde die drin sein sollen, sind nicht unbedingt für zarte Gemüter beschrieben. Das merkte man schon an der perfiden Szene die bei der Lesung von Wolfgang Hohlbein vorgetragen wurde.



Also haben wir es diesmal mit einem richtig schön blutigen Thriller zu tun der aber in den gewohnt detailreich ausgeführten Worten von Wolfgang Hohlbein beschrieben ist. Das könnte ein wahres Bonbon für jeden Thrillerfan werden. Die Aufmachung des Buches ist dementsprechend ein düsteres aber hochwertiges Hardcover das seit dem 08.10.2015 im Handel und beim Bastei Lübbe Verlag erhältlich ist.

Die Lesung war übrigens sehr sehr gut. Wolfgang Hohlbein hat eine sehr angenehme Vorlesestimme. Er saß bereits vor Beginn der Lesung auf den Publikumssitzen und war so nett vorab mit mir ein Foto zu machen. Einige Leute sprachen ihn auch vorher an und unterhielten sich mit ihm. Ein Autor zum anfassen der natürlich wieder wie gewohnt mit wallendem Haar und Lederklamotten Platz nahm. Er laß zwei Passagen aus dem neuen Buch vor und erzählte auch noch so einiges zu der Entstehungsgeschichte. Gewohnt bescheiden bezeichnete er sich als nicht besonders kreativer Mensch, da er nicht mit einer komplett leeren Seite anfangen könne zu schreiben sondern immer einen Anstoß dazu brauchen würde. Das er nicht kreativ sei halte ich für ein Understatement sonder gleichen. Wer solche Geschichten aus dem bloßen Betrachten eines Bildes oder dem lesen einer Zeitungsmeldung entwickeln kann der ist mehr als kreativ, der hat einfach einen komplett freien Geist.


Das Ambiente in der Mayerschen in Köln ist auch ganz gut. Es gibt einige bequeme Kinosessel, die natürlich immer schnell vergriffen sind und dann normale Bestuhlung. Die Mayersche in Köln über drei Etagen vollgestopft mit Büchern und allem was dazu gehört ist sowieso immer einen Besuch wert. Es lohnt sich also vor einer Lesung entsprechend früher zu kommen und dort noch etwas zu stöbern. Der Ton dort für die Lesung war auch eins A. Laut genug für den letzten Winkel denn es war gut gefüllt. Nach der Lesung konnten Fragen gestellt werden und diese wurden mit viel Charme vom Autor beantwortet. Wolfgang Hohlbein ist nicht zu Recherchezwecken in Chicago gewesen. Es gibt weder das Hotel noch Angehörige mehr. Gute Recherche kann man auch durch Berichte und Sachbücher sowie Internetrecherche betreiben. Er hat ja dann seine ganz eigene Geschichte daraus gemacht. Jedes kleinste Minidetail muss nicht recherchiert werden um eine gute Geschichte ab zu liefern. Ich freue mich schon auf die Lektüre. Es könnt das passende Buch für Halloween sein dieses Jahr.

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Ich wünsche Euch einen spannenden Tag

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Eure Paloma Pixel



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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Rezension ' Der Rithmatist '


Der Rithmatist von Brandon Sanderson war ein absoluter Glücksgriff kann ich vorne weg sagen. Ich hatte ihn bei einer Buchbloggerkollegin entdeckt. Leider weiß ich nicht mehr beim wem. Ich hatte noch nicht viel davon gehört nur das sie absolut begeistert war. Darum fragte ich an, ob ich ein Rezensionsexemplar bekommen könnte und siehe da. Es ist wirklich ein tolles Hardcover. Sehr gut gebunden und auch wenn der Kreis auf dem Coverbild zu erst auf die falsche Fährte lockte, es könnte ein Astrologischer Kreis mit Sternzeichen sein ( ist es nicht! ), finde ich es sehr passend zum Inhalt. Genau so hochwertig wie es von aussen erscheint ist es auch innen. Man findet nicht nur eine Karte innen im Buchdeckel. Man hat auch viele Zeichnungen und wunderschön gestaltete Kapitelnummern. Die Geometrischen Formen der Rithmatistenkreise sind zu jedem Kapitel im Buch eingezeichnet und detailliert beschrieben. So als wäre es ein Lehrbuch für Rithmatisten. Das fand ich besonders schön, weckte es doch in mir die Illusion auch ein Schüler zu sein der im Buch auf der Suche nach Antworten ist.

Die Rithmatisten sind ein ganz eigenes Völkchen. Es sind Menschen die mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie können Kreidemännchen zum leben erwecken. Sie zeichnen Kreise auf den Boden und duellieren sich. Sie sind Kämpfer. Das ganze hat viel mit Geometrie und Mathematik zu tun aber eben auch mit besonderen Kräften, eben magisch. Wobei das im Buch kein einziges mal als Magie benannt wird. Doch nicht jeder Mensch hat diese besondere Gabe. Joel ist 16 und wünscht sich nichts sehnlicher als auch ein Rithmatist zu sein. Er weiß wirklich absolut alles darüber und kann die komplizierten Kreisformen besser zeichnen wie so manch echter Rithmatist. Doch leider scheint die Gabe an ihm vorbei gegangen zu sein und er ist einfach nur ein Junge. Er lebt an einer der großen Akademien des Landes und geht dort zum normalen Unterricht. Schleicht sich aber heimlich in die Vorlesungen der Rithmatisten. Er ist ein Einzelgänger und das liegt zum Teil auch an den Umständen. Als nun plötzlich besonders begabte Rithmatistenschüler verschwinden und das dazu noch unter sehr mysteriösen Umständen, macht Joel sich mit seiner neugierigen und etwas kratzbürstigen neuen Freundin Melody auf, Licht in die Sache zu bringen. Dabei finden sie Dinge heraus die nicht nur Joel's Welt auf den Kopf stellen sondern auch die der Rithmatisten für immer verändern wird.

Zunächst klingt das nach einem soliden Fantasyroman. Doch die Idee mit den Kreidemännchen fand ich schon sehr besonders. Von etwas vergleichbarem habe ich noch nicht gehört. Wer sich die Geschichte jetzt wie die eines Zauberlehrlings vorstellt, liegt auch völlig falsch mit seiner Einschätzung. Es ist so viel mehr als das und hat mit schnöder Zauberei überhaupt nichts zu tun. Es ist eher eine Wissenschaft die präzise angewendet werden muss.

Man steigt zunächst in eine gefährliche Situation ein und kann sie noch gar nicht richtig einordnen. Der Anfang ist also auf den ersten Seiten etwas verwirrend. Dann wird direkt ein Schnitt gemacht und man befindet sich in der Akademie und lernt Joel kennen. Die Akademie erinnerte mich an einen High School Campus oder eine Eliteuni in England. Man merkt sofort das es eine scharfe Trennung zwischen Rithmatisten und den anderen Schülern gibt. Doch das ist nicht die einzige Trennlinie, denn viele Schüler auf der Akademie sind sehr reich oder kommen aus bedeutenden Familien nur Joel nicht. Deswegen ist er viel alleine oder wird ausgegrenzt. Man fragt sich also zunächst, was er da eigentlich macht und wie er ins Bild passt, doch das ändert sich schnell wenn man tiefer in Sanderson Welt eintaucht. Joel ist so fasziniert von den Rithmatisten das er fast schon verzweifelt ihre Nähe sucht und alles Wissen darüber aufsaugt wie ein Schwamm.  Er ist hochintelligent aber doch so eine sympathische Figur. Sehr ernsthaft und fleißig und absolut eine ehrliche Haut. Fast schon ein Streber der aufpassen muss nicht überheblich zu werden, wenn er etwas besser kann und dabei trotzdem ein kleiner liebevoller Tropf ist.

Sanderson ist wirklich Meister darin einen Mikrokosmos zu erschaffen in dem alles zusammen hängt und einen Sinn ergibt. Eine ganz eigene Welt. Da wird New Amerika zu einer Inselgruppe mit 60 Inseln und 5 großen Rithmatistenakademien.  Besonders schön auch die Details dieser Welt. Die mit Uhrwerken aufgezogenen Lampen, der mit riesigen Spulen fahrende Zug und die viktorianisch anmutende Kleidung mit Stock,Melone und Gehrock. Da erkennt man deutlich ein Steampunk Element. Unterschwellig wird immer wieder ein großer Kampf angedeutet doch man erfährt als Leser nur häppchenweise Hintergründe, genauso wie Joel nicht immer alles heraus finden kann. Die gesellschaftlichen Konventionen zwischen Rithmatisten und "normalen" Menschen sind sehr streng, fast schon wie ein Kastensystem. Es nimmt Joel fast die Hoffnung jemals ein Gelehrter zu werden oder gar Rithmatistik studieren zu können. Er will es nicht akzeptieren und verfolgt seinen Wunschtraum. Du kannst alles schaffen wenn du nur hartnäckig genug daran arbeitest. Keine schlechte Message vor allem für Leute die Probleme in Mathe haben macht das Buch Mut ;-) Ich bewundere ja jeden der in diesem Fach eine Begabung hat wie Joel. Er nimmt für seinen Traum einiges in Kauf.

Spätestens nach dem ersten Duell merkt der Leser das die Rithmatisten keineswegs so zivilisiert sind wie man es an einer Eliteuni erwarten würde. Es steckt eine Wildheit dahinter die es noch faszinierender macht. So kann man Joel noch besser verstehen was er so anziehend an der Sache findet. Man kommt wirklich super ins Buch rein. Der Schreibstil ist sehr ausgereift aber trotzdem nicht zu schwer und lässt sich flüssig lesen. Kontinuierlich wird Spannung aufgebaut und wird man tiefer in die Welt der Rithmatisten gezogen. Schnell gewöhnt man sich an die Eigennamen wie Wehrlinien und Verteidigungskreise und auch wenn ich zuerst Probleme hatte, mir niedliche, weiße, eindimensionale Kreidemännchen, so genannte Kreidlinge als böse Monster vorzustellen, die einem die Haut vom Knochen nagen, war die Idee mit diesen Figuren einfach so was von grandios.

Ich habe wirklich mit Joel mit gelitten, man wünscht sich so sehr, dass es doch irgendwie einen Weg für ihn gibt Rithmatist zu werden. Im Buch gibt es dann eine kleine Wendung die es von einem Fantasy und Abenteuerroman dann noch zu einem Kriminalfall macht. Auch wenn man jetzt denkt das passt vielleicht nicht zusammen, doch das passt sogar sehr gut und bringt erst den richtigen Drive ins Buch. Joel ist sozusagen das Neutrum oder die Schweiz mitten drin. Er ist kein Rithmatist , kennt sich aber hervorragend mit ihnen aus und er ist intelligent genug um hinter das Ränkeschmieden und die Geheimnisse zu blicken. Das tut er dann auch unterstützt von Melody , die seine Freundin wird als sie zusammen bei einem Professor einen Sommerkurs besuchen müssen. Da Melody Rithmatist ist, schafft Joel sogar das unmöglich und freundet sich mit einem von ihnen an und auch ansonsten wächst er über sich hinaus. Vor allem Melody und der Inspektor im Buch sorgen für viel Wirbel, bringen aber auch jede Menge Anlass zum Schmunzeln. Melody und Joel sind ein super Team. Nicht nur ihr großer Unterhaltungswert auch ihre Zusammenarbeit um heraus zu finden was mit den verschwundenen Schülern passiert ist.

Leider kommt die Fortsetzung des Buches erst 2017. Ich hätte sonst direkt weiter gelesen. Das Ende an sich ist zwar abgeschlossen, lässt aber so einiges an weiterführenden Spekulationen offen. Das Buch hatte wirklich alles, was ich von einem guten Buch erwarte und wird wohl eins meiner Highlights 2015 werden.

Zum Buch erschienen bei Heyne fliegt geht es hier *

Ich wünsche euch einen geometrischen Tag

Eure Paloma Pixel

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Sonntag, 4. Oktober 2015

Rezension Skulduggery Pleasant 1




Die Skulduggery Pleasant Reihe von Derek Landy ist ja ziemlich bekannt. Vor kurzem wurde der Finale Teil ( Band 9 ) veröffentlicht. Ich muss gestehen das Teil 1 jetzt sehr lange auf meinem Sub lag. Ich hatte einfach nicht die richtige Stimmung für diese Art von tiefer Abenteuer Fantasy. Die ersten Bände richten sich eher an ein jüngeres Publikum. Die Protagonistin Stephanie ist in Band 1 zwölf Jahre alt, wenn sie auch bedeutend älter und reifer wirkt. Trotzdem hat es auch mir als Erwachsenen Vergnügen bereitet das Buch zu lesen. Es ist gleichermaßen verrückt wie phantastisch.

Stephanies sagenumwobener Onkel ist gestorben und hat ihr überraschend den Hauptteil seines Vermögens hinterlassen. Sehr zum Ärger der anderen Verwandschaft. Stephanie ahnt sofort das etwas an der Sache nicht ganz richtig zu sein scheint. Außerdem ist da noch der merkwürdige Freund ihres Onkel der sie vom ersten Augenblick an fasziniert. Dieser Gentleman ist natürlich kein Geringerer als Skulduggery Pleasant selbt. Der sagenumwobene Zauberer und Detektiv der geheimen magischen Welt. Stephanie ahnt noch nicht, dass das der Beginn eines riesigen Abenteuers für sie wird. 

Die Geschichte ist zauberhaft. Die Protagonistin Stephanie ist allerdings alles andere als ein normales Kind. Sie handelt sehr altklug und ist absolut dickköpfig. Skulduggery ist witzig und taucht immer in den unpassendsten Momenten ab und den passendsten Momenten wieder auf. Das Buch hat auf jeden Fall alles was eine leicht gruselige Abenteuergeschichte braucht. Für jüngere Kinder wird allerdings ganz schön viel gekämpft, geprügelt und magisch umgebracht. Da würde ich doch die Altersgruppe etwas herauf setzen sonst könnte es zu gruselig sein. 

Die Geschichte hat viele witzige Szenen, Sarkasmus und auch etwas schwarzer Humor kommen nicht zu kurz. Da wird in scheinbar ausweglosen Situationen gefrotzelt, gelacht und dann mit der magischen Trickkiste doch noch die Wendung gebracht. Es war wirklich bis zur letzten Seite spannend und einige Szenen sind ziemlich rasant. Es ließ sich gut runterlesen und ist für Fans von Fantasy und Zauberergeschichten auf jeden Fall zu empfehlen. Das detektivische an der Geschichte oder an der Figur Skulduggery Pleasant konnte ich allerdings nicht finden. Für mich war er ein Zauberer der durch unglückliche Umstände in der Form eines Skelettes herum läuft und das Böse bekämpft, ähnlich dem Ghost Rider. Das er wirklich ein Detektiv ist, der einen Fall lösen soll oder einen Auftrag hat kam im Buch nicht wirklich rüber aber wer weiß was in der Reihe noch kommt. Das erste Buch ist ja auch oft der Aufhänger um die Hintergründe und Personen kennen zu lernen die im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen werden. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen die Reihe weiter zulesen.

Wer tiefer in die magische Welt von Skulduggery eintauchen will dem empfehle ich die Seite vom Loewe Verlag http://www.skulduggery-pleasant.de/index.cfm

direkt zum Buch geht es hier*

Ich wünsche Euch einen magischen Tag

Eure Paloma Pixel

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Freitag, 2. Oktober 2015

Rezension 'Amore siciliano'



Dieses Buch startet mit einer fröhlichen Studentenstimmung. Anders kann ich es nicht sagen.

Alex studiert Regie und lebt in Berlin in einer kleinen 1 Zimmerwohnung. Eigentlich sind ihre Eltern sehr wohlhabend aber seit dem sie ihre Lehre abgebrochen hat, die ökologische Lebensweise für sich entdeckt hat und Vegetarieren geworden ist versteht sie sich mit ihnen nicht mehr so gut. Um sich als Studentin über Wasser zu halten, hat sie einen Nebenjob bei einem kleinen Fernsehsender in Berlin. Dort hat sie auch ihren Freund Malte kennen gelernt, den sie absolut wegen seiner strengen ökologisch korrekten Lebensweise anhimmelt. Malte eröffnet ihr, dass sie mit ihm zusammen an einem Dokumentarfilm über Biobauernhöfe, so genannte Agriturismen in Italien mitwirken darf. Eine tolle Chance für sie als Studentin aber auch weil sie hofft, mit Malte in Italien ein paar romantische Stunden neben der Arbeit verbringen zu können. Doch als sie in Italien den heißen Olivenbauern Paolo sieht und ausserdem noch andere Probleme auftauchen, wird Alex Welt ganz schön durcheinander gewirbelt.

Alex ist ein offenes junges Mädchen, wenn auch etwas sehr naiv. Die Beziehung zu ihrem Freund scheint eher einseitig. Sie ist von ihm und seiner Ökolebensweise fasziniert, dadurch das sie aus so ganz anderen Verhältnissen kommt. Sie hat ihren festen Lebensweg noch nicht gefunden. Die Charaktere sind einfach beschrieben aber sehr symphatisch. Die Euphorie die Alex befällt, als sie von der Reise hört und die trotz aller Schwierigkeiten auch nicht nach lässt, ist sehr schön beschrieben und reißt den Leser richtig mit. Das besondere Berliner Flair das zum einen mit Alex Wohnsituation und ihrer Freundin Charly beschrieben wird, kommt aber am besten mit den Passagen die in Dieters Dialekt geschrieben sind rüber.

Alex Begeisterung weckte auch in mir die Lust auf Sommer, Sonne und italienische Leckereien. Malte ist bei allem der Hemmschuh der wenig Begeisterung und Toleranz zeigt. Das altbekannte Problem, dass sich Pärchen erst im Urlaub so richtig kennen lernen trifft hier voll zu. Zum Glück tauch ja dann Paolo auf, allerdings finde ich die Szenen mit ihm zu kurz gehalten. Eigentlich taucht er nur am Ende öfter auf. Das Buch wird zu einer Zeit beendet an der ich dachte da käme noch eine Menge mehr, dass jetzt ungesagt bleibt. Ich hätte lieber etwas Inhalt vorher weggelassen und die Geschichte dann weiter geführt oder man hätte einfach die Geschichte weiter schreiben sollen. Das war mir viel zu abruppt.

Die einzelnen Orte auf Sizilien sind wirklich sehr genau und detailgetreu beschrieben. Man bekommt ein schönes Feeling für Land und Leute. Es ist wirklich wie ein kleiner Reiseführer für die Region, gemischt mit einer sehr humorvollen Pärchengeschichte und alles dreht sich natürlich um Alex als Dreh- und Angelpunkt. Sie ist wirklich eine gelungene Protagonistin, denn auch wenn sie sehr naiv und jung ist, verfolgt sie doch aus Neugierde ihre Interessen hartnäckig. Trotzdem das Malte sie bevormundet und das Team sie als Küken sieht, wächst sie über sich hinaus und arbeite hart. Alex's Motto ist eher, jetzt erst recht, gerade weil ihr es mir alle nicht zutraut.

Übrigens habe ich zum ersten Mal in einem Buch alles über die Herstellung von Olivenöl gelernt. Auch die genaueren Einblicke in die Biolandwirtschaft, die ja sowohl positiv als auch kritisch beleuchtet wird haben mir gut gefallen. Es ist gut recherchiert und schlüssig ins Buch eingebaut. Das alte sizilianische Mafia Klischee, wird für eine lustige Wendung im Buch genutzt. Im zweiten Teil passiert sowieso viel mehr als im ersten Teil des Buches. Alex Naivität nimmt im Laufe des Buches eher noch zu anstatt ab und das hat mich furchtbar genervt, da das nicht logisch für mich war.

Das Buch ist auf jeden Fall humorvolle leichte Lektüre für den nächsten Italienurlaub und macht unglaublich Hunger auf Land, Leute und Spezialitäten.

Zum Buch erschienen im Aufbau Verlag geht es hier*

Für alle unter Euch bei denen heute die Herbstferien anfangen ----> Schöne Ferien, geniesst es ;-)
und allen neuen Studenten : es sieht alles schlimmer aus als es ist, viel Spass an der Uni ;-)

Eure Paloma Pixel

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