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Water - Der Kampf beginnt - Paolo Bacigalupi


2010 beschlossen die Vereinten Nationen, das dass Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht ist. Allerdings ist es nicht einklagbar.

2016 bleibt dieses Recht immer noch Millionen Menschen verwehrt und nicht nur das. Es gab Abstimmungen im deutschen Bundestag in denen beschlossen wurde, das dass Recht auf Wasser kein Menschenrecht ist. Im Zuge einer möglichen Privatisierung.

Nach Schätzungen der WHO und UNICEF haben 663 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser.

Ohne Wasser ist kein Leben auf unserem Planeten möglich. Was es für Millionen Menschen heisst, kein Recht auf Wasser zu haben, kann man in Paolo Bacigalupis ökologischer Endzeitdystopie nachlesen. Doch im Angesicht des fortschreitenden Klimawandels und steigender Bevölkerungszahlen ist es fraglich, ob es bei der Dystopie bleiben wird.

Genau dieses Element jagte mir mehr Schauer über den Rücken, als die harte Handlung im Buch. Das es so prophetisch und im Bereich des Möglichen erscheint.

Der amerikanische Südwesten kämpft erbittert und mit allen Mitteln um die Wasserrechte am Colorado River. Alle übrigen Wasserquellen sind versiegt, weite Landstriche der unerbittlichen Wüste zum Opfer gefallen. Ganze Städte wurden ausgelöscht nachdem ihnen das Wasser abgedreht wurde. Korruption und Kriminalität sind an der Tagesordnung. Menschen sterben wie die Fliegen. Wer es sich leisten kann lebt in einer der teuren " Arkologien" Klimatisiert mit Luftfiltern und autarkem Wasseraufbereitungssystem. Doch da auch im Buch Wasser kein Grundrecht für alle ist, leben dort nur die Reichen. Den Armen bleibt nur ein Leben im Staub. Besonders Las Vegas und Kalifornien sind erbitterte Widersacher im Kampf um alte verbriefte Wasserrechte. Wer die ältesten Rechte findet, hat die Vorrechte am Wasser. Catherine Case ist die Königen von Las Vegas und regiert mit eiserner Hand. Sie hat eine Elitetruppe die " Waterknives". Die sind schlimmer als die Mafia und rücken immer aus, wenn es Catherines Wasser an den Kragen gehen könnte oder sie sich etwas unter den Nagel reissen will. Angel Velasquez ist ihr bestes Pferd im Stall, darum schickt sie ihn auch nach Phoenix, um heraus zu finden, ob an den Gerüchten jemand habe eine neue Wasserquelle aufgetan etwas dran ist. Allerdings gerät Angel in Schwierigkeiten die er nicht erwartet hatte. Eine junge Journalistin, Lucy, ist den Gerüchten ebenfalls auf der Spur. Zusammen geraten sie in eine wilde Hetzjagd nach den vermeintlichen Wasserdokumenten.



Wenn Wasser pro Liter dreimal so teuer ist wie der heutige Benzinpreis dann wird einem klar, dass die Menschheit ein großes Problem hat. Im Buch kann man dies von verschiedenen  Gesichtspunkten betrachten. Angel geht es vermeintlich gut, denn er scheint sich mit der Arbeit für Catherine Case für die richtige Seite entscheiden zu haben. Im Buch wird aber auch noch die Geschichte von zwei armen Mexikanerinnen erzählt die Tag für Tag ums Überleben kämpfen müssen. Lucy, die Journalistin wird ebenfalls einzeln beleuchtet, bis sie auf Angel trifft und die beiden als seltsames Gespann weiter durchs Buch ziehen. Man hat also drei beteiligte Beobachter im Buch, die uns jeweils einen anderen Teil der Medaille zeigen. Paolo Bacigalupi verliert sich für mich zu sehr in technischen Details die mich nur am Rande interessierten. Für mich klang jedes Wasserbecken, jede Landschaftsebene und jedes Wasserreservoir gleich. Er selber lebt ja auch in Colorado, ihm ist die Landschaft wohl vertraut, für mich waren diese Namen austauschbar. Er wiederholt sich da auch zu oft. Die Geschichte könnte für mich überall spielen. Hätte ich nicht die amerikanischen Städtenamen gehabt, wäre es für die Geschichte völlig unerheblich, wo wir uns befinden. Mit dem Amerika was wir heute im Kopf haben, hat das Szenario von Bacigalupi sowieso nichts zu tun. Es gibt weder einen Präsidenten noch eine präsente öffentliche Ordnung ausser die, die von Catherin Case und dem Kalifornien Kollektiv geschaffene. Konzerne bestimmen den Lauf der Welt. Es wird viel geschossen und gejagt, erst der eine dann der andere. Passagenweise zu undurchsichtig und langatmig für mich. Ganz gut war die Anspielung auf Marc Reisners Buch " Cadillac Desert" von 1986, dem er eine Schlüsselrolle in seinem Buch gibt. Kennt man dieses Werk allerdings nicht, ist es einfach nur ein leerer Name.


Das Thema des Buches ist aktuell und brisant. Ich hätte aber von einem Thriller noch mehr psychologische Spannung erwartet, doch in diesem Punkt ist das Buch wirklich mehr Dystopie den Thriller. Sicher es wird gemordet und hintergangen, aber trotzdem fehlte mir eine überraschende Wende, das ganze steuerte doch sehr offensichtlich auf etwas zu und das Ende blieb für mich verwaschen offen. Was jedoch richtig gut rüber kam, war die Stimmung in der Wüste. Der verzweifelte Überlebenswille einer ganzen Nation, auf der Suche nach Wasser. Mir selber wurde beim lesen die Kehle staubtrocken. Es handelt sich um qualitativ hochwertige Science Fiction für Erwachsene, aber mit ein bisschen zu viel Füllinformation. Von den Figuren gefiel mir nur Angel, er war für mich greifbar und gut ausgearbeitet, die anderen blieben irgendwie nur Nebencharaktere. Allerding muss man den Glauben an jegliche Moral verwerfen, wenn man dieses Buch liest. Es muss noch ein bisschen Wasser den Colorado hinunter fliessen. Das Buch endet vermutlich auch deshalb so offen, weil Bacigalupi uns zwar auf die Missstände hinweist aber auch keine Lösung hat.

Das Buch habe ich vom Randomhouse Bloggerportal bekommen. Hardcover, 462 Seiten, erschienen im Blessing Verlag : http://www.randomhouse.de/Buch/Water-Der-Kampf-beginnt/Paolo-Bacigalupi/e457707.rhd

Ich wünsche euch einen erquickenden Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.
Water - Der Kampf beginnt - Paolo Bacigalupi

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