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Imagine! - Wie das kreative Gehirn funktioniert



Kreativität. Die wunderbare Muse von der sich jeder wünscht geküsst worden zu sein. Leider scheint es da jedoch ein Problem zu geben. Ich bin so unkreativ, mir fällt nichts ein. Ich bin nur gut in Mathe aber Kunst liegt mir nicht. Ich finde die Lösung für mein Problem einfach nicht. Es gibt jede Menge Leute die sich selbst für schrecklich unkreativ halten. Das hat halt etwas mit Veranlagung, Talent und Begabung zu tun denken manche. Falsch gedacht. Jonah Lehrer hat mir in seinem Buch so einiges über die Kreativität beigebracht, dass ich ahnte aber noch nie so wissenschaftlich fundiert präsentiert bekommen haben. Er räumt nicht nur mit Vorurteilen oder alten Annahmen auf, er hat auch stets die richtige Statistik oder Forschungsarbeit zum belegen seiner Hypothesen parat. Anschaulich an Beispielen besonders kreativer Köpfe der letzten Jahrhunderte erklärt, von Bob Dylans Songtexten bis zur Pixar Gründung von Steve Jobs. Das Buch ist ein Highlight im Sachbuchsektor!




Es startet bei uns selbst, bei unserem Gehirn. Bei den Welten die wir ganz alleine in unserer eigenen Vorstellungskraft erschaffen. Woher kommen Ausdrücke wie: 'es geht uns ein Licht auf' oder 'Geistesblitz' ? Was passiert dabei in unseren grauen Zellen ? Ist dies einfach nur Talent oder hat es evolutionsbedingt ganz andere Gründe ? Was hat Entspannung oder Koffeinkonsum damit zu tun ? Wer das schon immer wissen wollte der ist hier richtig. Auch warum so mancher Künstler in Schaffenskrisen gerät, warum die Kreativbranche so oft zu Drogen neigt und warum aus dem vermeintlichen Fehlschlag doch noch ein voller Erfolg wird. Das Buch klärt all diese Fragen. Noch besser es liefert uns Antworten, was wir selber an uns ausprobieren können um kreativer zu werden und was wir dafür tun müssen. Es beschreibt physiologisch was in unserem Gehirn passiert, Stichwort Alphawellen und zeigt dann wie wir uns 'richtig' gehen lassen können, unsere Ideen an die Oberfläche holen ( Entbergen). Ausserdem wird uns der Blick frei für das Aussenstehende. Das schöne Sprichwort das ein Problem so lange bestand, bis einer kam und das nicht wusste und es einfach machte, trifft voll und ganz zu. Eine neue Perspektive, ein anderer Blickwinkeln, neuer Input aus völlig Branchenfremden Welten bringen auch neue Kreativität ein.

Das wir nicht alleine um neue Ideen kämpfen müssen und dies auch gar nicht anzuraten ist, zeigt dann der zweite Abschnitt des Buches. Hier geht es um die Gemeinsame Verwirklichung von Ideen. Das sich ein Raum gefüllt mit kreativen Köpfen quasi selber multipliziert. Warum gibt es Unternehmen die erfolgreicher in neuen Innovationen sind als andere ? Welche Vorraussetzungen wurden dafür geschaffen das dort die kreativsten Köpfe der Welt zu sitzen scheinen ? Warum erfindet sich so manche Marke schon seit Jahrzehnten erfolgreich immer wieder selbst neu ? Lehrer stellt uns hier den Q- Faktor vor. Ja den gibt es wirklich und dann versteht man auch warum der Erfinder bei James Bond Q heisst. Nicht nur der lose Zusammenschluss von Künstlern, Forschern und enthusiastischen Unternehmern spielt bei Innovation eine Rolle, es geht auch um Freundschaft und gegenseitiges Hochpotenzieren.

Welchen Einfluss dabei Großstädte und Ballungsräume haben könne und wovon Shakespeare damals schon profitierte, kann man dann im letzten Abschnitt des Buches lesen. Es ist nicht nur ein Querschnitt durch die klugen Köpfe sondern auch durch die Geschichte menschlicher Innovationen und Erfindungen, Kunst und Kultur. Doch auch die Lebensweise, der Lebensraum und die persönliche Einstellung spielen eine Rolle. Manchmal muss es auch der richtige Ort und die richtige Zeit sein. Durch die vielen Beispiele, wo es uns bekannten Berühmtheiten hervorragend gelungen ist ihr Potential auszuschöpfen, liest es sich wie ein spannendes Geschichtsbuch und macht auch heute Mut das jeder von uns kreativ sein kann. Wenn der Sohn eines Handschuhmachers im 16 Jahrhundert, ein noch heute weltbekannter Dramatiker werden kann, können wir das auch.

Was es braucht um ein Unternehmen zum weltweiten Marktführer der neuen Ideen zu machen ist ja nun auch nicht uninteressant. Das es dafür ein Umdenken in den Köpfen braucht wird aber auch klar. Vor allem wenn ich mir die Gegebenheiten unseres antiquierten Schulsystems ansehe. Denn dieses erdrückt eher jegliches Querdenken und kreatives Handeln. Neue Problemlösungen sind nicht vorgesehen, sondern das Befolgen eines vorgegeben Lösungsweges, der eben immer so gemacht wird. Wenn wir auf solchen Aussagen hängen geblieben wären, wäre das Rad heute noch nicht erfunden. Da stupides Auswendig lernen in den Zeiten von Google keinen Sinn mehr macht, sollte dringen etwas am vorgekauten Frontalunterricht geändert werden. Ups Moment, nicht das noch jemand auf Ideen kommt. Im Buch werden auch in diesem Punkt positive Beispiel für gelungenere Systeme genannt. Denn es gibt sie die kleinen Inseln der Hoffnung für die Kreativität und auch Fehlschläge gehören dazu. Ein Buch wie dieses hilft hoffentlich dabei ein Umdenken in den Köpfen zu erreichen. Mich hat es persönlich bereichert.

Der Autor musste die deutsche Ausgabe das Buches allerdings noch einmal gehörig überarbeiten. Er hatte sich in der ersten Ausgabe einige Freiheiten mit den Dylan Zitaten genommen, riesen Skandal mit Folgen für ihn und sein Buch ging zunächst nicht mehr weiter in Druck (2012). Ich habe die deutsche Ausgabe von 2014 gelesen, die diese Dinge in begradigter Fassung enthalten soll. Bei der zuvor erschienenen Fassung wäre ich also vorsichtig. Ich würde mir nur diese Ausgabe kaufen. Trotzdem schmälert das die Aussagen des Buches in keinster Weise.

Zum Buch, erschienen bei C:H. Beck http://www.chbeck.de/Lehrer-Imagine_/productview.aspx?product=10250092

Leseprobe PDF von C.H. Beck  : http://www.chbeck.de/fachbuch/zusatzinfos/Leseprobe_Imagine.pdf

Ich wünsche Euch einen kreativen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.
Imagine! - Wie das kreative Gehirn funktioniert

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