Mittwoch, 24. August 2016

Maybe Someday - Colleen Hoover




Colleen Hoover ist ja für ihre zahlreichen und vielseitigen Liebesgeschichten bekannt. Für mich war es das erste Buch aus ihrer Feder. Man muss Liebesgeschichten schon mögen und darf auch vor viel Kitsch nicht zurück schrecken. Ab und zu braucht man auch mal was fürs Herz, dass sich leicht herunter lesen lässt. Das darf dann ruhig etwas übertrieben romantisch sein, finde ich.

Die Geschichte beginnt mit Sydney, einer jungen Studentin, die gerade mit ihrem Freund auf höchst unschöne Weise Schluss gemacht hat. Sie braucht dringen eine Bleibe und kommt durch Zufall bei dem Gitarristen und Songschreiber Ridge unter. Sydney will alles andere als sich direkt wieder neu verlieben und auch Ridge hat eigentlich ganz andere Sachen im Kopf, und noch dazu eine langjährige feste Freundin. Trotzdem wird die Anziehungskraft zwischen den beiden immer größer. Als Sydney anfängt Ridge bei seinen Songtexten zu helfen, kommen sich die beiden gefährlich nahe. Trotz des Versuchs ihre Gefühle zu unterdrücken nimmt das Schicksal seinen Lauf.



Zuerst war ich ein wenig enttäuscht. Das Buch und die Autorin werden ja sehr stark gelobt. Ich konnte aber weder an der Geschichte, noch am Schreibstil etwas Außergewöhnliches finden. Er ist gut, mehr aber auch nicht. Doch das änderte sich im Laufe der Lektüre noch. Der Anfang las sich als gute und solide College Liebesgeschichte. Ein bisschen Dramatik, ein bisschen Liebe und auch das typische Dreieck bildete sich so langsam. Das war also erst mal altbekanntes, wie man es zu 100 % in Young Adult Büchern findet. Doch Colleen Hoover fügt dann doch einige interessante Komponenten dazu, und lässt die Handlung dann viel ernster werden als man dachte. Sicher es trieft alles vor Romantik und einige der Liebesszenen sind dann gefühlsmässig völlig überfrachtet, aber das hatte ich erwartet und wäre eher enttäuscht gewesen, wenn ich es nicht im Buch vorgefunden hätte. Die weitere Entwicklung der Story baut dann ganz auf die Sehnsucht und die Dynamik zwischen Ridge und Sydney. Ridge wirkt dabei ein bisschen zu perfekt. Ich befürchte aber, dass im wahren Leben niemand so unbeschadet aus der Sache heraus gekommen wäre, denn Colleen Hoover gibt sich alle Mühe erst Herzen zu brechen und sie dann langsam und qualvoll wieder zusammen zu setzten, so dass am Ende alle mit der Situation zufrieden sind. Im wahren Leben würde aber der Scherbenhaufen zurück bleiben. Aber Geschichten sind eben nicht das wahre Leben und müssen es auch nicht sein.

Musik spielt eine sehr große Rolle. Natürlich vor allem weil Ridge Musiker ist und die beiden zusammen Songs texten. Im Buch findet man diese Songtexte auch in Versform, die in die Geschichte eingebunden ist. Diese wurden nicht übersetzt, sondern befinden sich in englischer Sprache im Buch. So klingen sie natürlich auch viel besser. Als besonderes Plus, findet man hinten im Buch den QR- Code zu den Songs und es gibt auch ein Album bzw. eine Spotify Liste. Jeder Song beschreibt einen Abschnitt des Buches, in dem sich Ridge und Sydney gerade befinden und er spiegelt auch ihre momentane Gefühlswelt wieder. Natürlich ist jeder Song auch ein Liebeslied ;-) Die Glaubwürdigkeit der Story ist in Ordnung. Ein Punkt wirkte auf mich zunächst unglaubwürdig und jetzt Achtung!, dass ist der einzige Spoiler in dieser Rezension. Ridge ist gehörlos und trotzdem ein bomben Musiker. Das konnte ich mir nur in Teilen vorstellen. Nach etwas Recherche aber, stellte ich fest das es viel mehr gehörlose Musiker gibt als ich dachte und das mit allen Arten von Instrumenten. Sogar Beethoven hat seine 9. Sinfonie geschrieben, als er bereits komplett taub war. Es ist also eine sehr gute Storyentwicklung, die auf etwas aufmerksam macht was niemand sonst für möglich hält. Ridge lebt ansonsten im Buch ein völlig normales Leben und sowohl Sydney als auch seine Umgebung reagieren eigentlich gar nicht auf seine Gehörlosigkeit. Es ist ein positiver Aspekt an der Figur und wirkt einfach natürlich und alltäglich. Zumindest für mich als Hörende hat er das Bewusstsein für einige Dinge geweckt. Das fand ich sehr schön.


Ein bisschen genervt war ich von Sydney, denn sie war mir viel zu weich, zu zurückhaltend und zu passiv. Eigentlich saß sie immer nur fest und bließ Trübsal, und wurde dann von irgendwem, vorzugsweise Ridge gerettet. Mit 22 wurde sie sehr jung, naiv und unerfahren dargestellt, obwohl sie studiert, einen Job hat und nicht mehr zu Hause wohnt. Ich hätte mir da etwas mehr Biss gewünscht von ihr. Se war für mich einfach keine gute Frauenfigur und für meinen Geschmack viel zu nah am Wasser gebaut. Überhaupt wurde in jeder Szene geheult. Gerade das Ende ist doch sehr tränenreich, und war selbst bei meiner Kitscherwartung doch viel zu übertrieben . Man ahnt natürlich das Ende bereits wenn man die ersten Seiten der Geschichte gelesen hat. Das hat mich aber nicht gestört. Bei dieser Geschichte ging es ja um den Weg dahin, trotz all der Steine die in den Weg gelegt wurden. Ich habe diese schnell gelesenen Unterhaltung auf alle Fälle genossen.

Zum Buch : https://www.dtv.de/buch/colleen-hoover-maybe-someday-74018/

Zu den Songs aus dem Buch : http://www.maybesomedaysoundtrack.com

Ich wünsche euch einen musikalischen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag. Musikrechte s.h. Link Griffin Peterson Music.

Kommentare:

  1. Halli Hallo Fräulein Pixel ;)
    Dein Beitrag hat mich mal richtig Neugierig gemacht, denn ich bin auch eine der wenigen, die noch GAR NICHTS von Colleen Hoover gelesen haben. *Schande über mein Haupt*.
    Ich habe zu Hause "Weil ich Layken liebe" im Regal stehen und jetzt ärgere ich mich. Denn das Thema Musik reizt mich doch viel mehr.
    Über deinen kleinen Spoiler hab ich dann mal direkt hinweg gelesen. Hat noch gerade so funktioniert *puh* ;)
    Jedenfalls bin ich jetzt neugierig. Bei der nächsten Bestellung ist "Maybe Someday" jedenfalls mit dabei.

    Ganz liebe Grüße
    Nadine ;)

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    1. Das freut mich. Wenn du gerade das Thema Musik in Büchern magst dann wird es dir bestimmt gefallen 😊

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  2. Hey,

    Ich mag die Bücher von Colleen Hoover auch sehr! Sie schafft es einfach immer wieder einen in ihren Bann zu ziehen! ♥

    Liebe Grüße von Myri liest

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