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Witch Hunter - Virginia Boecker



Hexen sind ja in Fantasyjugendbüchern immer beliebt. Nicht nur Hermine aus Harry Potter sondern schon viel früher im Kinderbuchalter kann uns "die kleine Hexe" von Preussler begeistern. Für mich gibt es verschiedene Arten von Hexen. Da gibt es zum einen natürliche die böse Hexe, die sich der dunklen Magie verschrieben hat, und nichts Gutes im Schilde führt, aber da gibt es auch immer wieder den Typus Hexe, der für gute oder weise Frauen steht. Sie kennen sich mit Kräutern aus, heilen oder sehen in die Zukunft und vor allem die Magie, die Dinge möglich macht die eigentlich nicht möglich sind, machen die Sache geheimnisvoll und spannend. Wer das jetzt auch in "Witch Hunter" erwartet der wird vermutlich zu erst irritiert sein. Denn der Punkt der Magie oder der Hexerei, wie man sie sich allgemein vorstellt, wird ganz anders umgesetzt.

Denn in dem mittelalterlichen Szenario, was sich uns anbietet, steht Magie unter Strafe und Elisabeth Grey ist auch keine Hexe, sie ist eine Hexenjägerin die mit ihren sechzehn Jahren schon einiges mitmachen musste und regelmässig Leute verhaftet, die dann auf dem Scheiterhaufen landen. Dabei wirkt sie eigentlich sehr zart und harmlos, hat es aber geschafft eine der besten Hexenjägerinnen des Landes zu werden. Doch sie bekommt die Gnadenlosigkeit der Inquisition, und ihrem eigenen Dienstherrn zu spüren, als sie selbst der Hexerei bezichtigt und verhaftet wird. Gezeichnet und dem Tode nahe, scheint selbst ihr bester Freund sie im Stich gelassen zu haben. Ausgerechnet ein Hexenmeister rettet sie in letzter Sekunde, doch Elisabeth ist sicher das sie dafür einen hohen Preis bezahlen muss.



Ich brauchte etwas bis ich ins Buch hinein fand. Ich empfand den Schreibstil bzw die Übersetzung als irgendwie holprig. Elisabeth war ein interessanter und vielseitiger Charakter mit dem ich aber durch die Wortwahl, zu Anfangs nicht richtig warm wurde. Ihre Gedanken wurden mir so selbstgesprächig - zackig dargestellt. Später verflüchtigte sich dann dieses Gefühl, man lernte ja auch alles besser kennen. Trotzdem hätte ich mir manchmal noch ein bisschen mehr Emotion gewünscht. Alles war sehr konzentriert darauf Elisabeth als selbstständige Kampfmaschine aber auch empfindsame und verletzliche junge Frau darzustellen, die in jeder Hinsicht emotional und auch körperlich, von ihrem Dienstherrn aber auch ihrem besten Freund ausgebeutet wird, ohne es wirklich zu bemerken. Dafür ist sie dann übertrieben misstrauisch, als ihr Leute freundlich und zuvorkommend begegnen. Gut bei allem was passiert ist verständlich und nachvollziehbar. Es dauert eine ganze Weile bis sich ihre innere Einstellung im Buch wandelt.

Die Charakterentwicklung gefiel mir gut, auch die anderen Charaktere im Buch waren stimmig und alles fügte sich zusammen. Es wird eben dem typischen Aufbau eines guten Jugendbuches gefolgt. Bei der Magie und den Fantasyelementen hätte es dafür ruhig etwas mehr sein können. Wenn man schon mit einer Hexenjägerin, einer Junghexe, einem Zauberer, einem Wiedergänger und gut aussehenden Narren und Kräuterkundlern durch die Wälder zieht, darf es doch auch ruhig ein bisschen mehr Flair sein. Es gab nur zwei Stellen, im doch recht dicken Buch, wo so richtig Stimmung auf kam. Das eine war bei einem Heckenversteck, dass andere auf einem Schiff. Eine verzauberte Decke dürfte auch den meisten von uns, als Idee, bereits bekannt sein, auch wenn sie hier anders eingebaut wurde, aber ich finde einfach da hätte doch magisch noch mehr kommen müssen. Das Buch ist gut strukturiert und auch die Spannung wird die ganze Zeit aufrecht erhalten aber ein Tick mehr Originalität und Feinschliff hätten es noch besser gemacht. Beste Idee war für mich die Hexenleiterschnur mit den Knoten, die man zum zaubern verwenden kann.

Irritiert hat mich auch das Cover, dass zwar sehr schön ist aber auch irreführend. Denn es wird zwar eine blonde Frau abgebildet die auf Elisabeths Beschreibung passt, aber ich konnte weder den abgebildeten Schlüssel im Buch wiederfinden. Es sei denn, wir nehmen ihn als Metapher für etwas, noch konnte ich die angedeuteten DNA Symbole mit der Geschichte verbinden. Denn weder Elisabeths Herkunft, noch sonst irgendwelche Blutfähigkeiten werden erwähnt oder spielen für die Geschichte im ersten Band eine Rolle. Vielleicht im Folgeband ? Oder sollte da grafisch gar keine DNA Ähnlichkeit bei raus kommen ? Trotzdem hat mir das Cover so etwas suggeriert, und ich hasse es wenn das Cover nicht zum Buch passt, bzw wenn Sachen darauf abgebildet sind die mich dann im Buch nach Dingen suchen lassen die nicht vorhanden sind. Eine genetische Komponente im Buch hätte mich nämlich sehr erfreut und wäre etwas frisches in der Geschichte gewesen.

Auch die Entwicklung zwischen Elisabeth und zwei der Charaktere war zunächst sehr schön auf gebaut und brachte genau den Flair ins Buch der mir gefiel, allerdings konnte das nicht aufrecht erhalten werden. Da ich nicht Spoilern will kann ich nur sagen. Die eine Entwicklung war mir zu abrupt, da wäre noch Potential gewesen das zusätzlich Spannung und Dramatik, bis ins nächste Buch hinein gebracht hätte und die andere Entwicklung dauerte kaugummiartig lange, und wurde in einen völlig ungeeigneten Showdown gequetscht, der an anderer Stelle für mich viel stimmungsvoller gewesen wäre. Das Buch ist völlig in Ordnung auch die Reihe scheint wirklich sehr vielversprechend zu werden. Es gefiel mir ganz gut, aber das letzte Quäntchen hat mir dann doch gefehlt. Trotzdem bin ich gespannt wie es weiter geht. Das Buch endet zwar komplett aber die Leseprobe zum nächsten Band ist direkt mit angehängt, und diese endet mit einem Cliffhanger. Schauen wir also, ob das Potential im nächsten Band dafür voll ausgeschöpft wird.

Zum Buch erschienen im dtv, übersetzt von Alexandra Ernst : https://www.dtv.de/buch/virginia-boecker-witch-hunter-76135/

Teil zwei steht schon in den Startlöchern : https://www.dtv.de/buch/virginia-boecker-witch-hunter-herz-aus-dunkelheit-76151/

Ich wünsche Euch einen magischen Tag

Eure Paloma Pixel



dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.
Witch Hunter - Virginia Boecker

Kommentare

  1. Das Buch spricht mich schon allein vom Cover her an, tolle Rezension! :)

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    1. Vielen Dank 😊 Mir gefällt das Cover optisch auch sehr gut, wenn es mich auch verwirrt hat nach der Lektüre.

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  2. Ich glaub, bei dem Cover siegt einfach die fancy Aufmachung. Ich hab mir selbst noch nie Gedanken darum gemacht, ob das Cover wirklich stimmig auf das Buch passt. Es ist etwas mystisch, etwas "altbacken" angehaucht und das reicht mir. Da habe ich schon größere Brücken gesehen, die nicht geschlagen wurden.

    An sich aber eine tolle Rezension, die in ihren Kritikpunkten gut begründet sind. Im Nachhinein stimme ich dir sogar etwas zu. Dennoch hat die Begeisterung damals gesiegt und ich freu mich unbändig auf den zweiten Band. :D

    Liebe Grüße
    Rebecca

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    1. Hallo Rebecca 😄
      Mit dem Vover hast du natürlich recht. Schlimmer geht immer und es passt und ist letzten Endes auch Geschmacksache. Da ich ein ausgeprägter Coverkäufer bin fälltmir so etwas besonders auf. Ein Cover ist eine erste Erwartung des Inhaltes der mich dazu bewegt mir ein Buch genauer an zu schauen oder eben nicht. Oberflächlich ich weiß ist aber leider oft so. Hier stimmten für mich erste Erwartung geweckt durch das Cover mit dem Inhalt nicht ganz überein. Ich denke es wird sich nicht jeder wie ich DNA auf dem Cover daraus gesehen haben. Mein Mann sah zB. Einen Fisch. 😂

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  3. Hach, ich fand Witch Hunter sooo super! Freue mich schon mega auf den zweiten Band :)

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