Sonntag, 27. März 2016

Terror - Ferdinand von Schirach





Das Theaterstück wurde von Ferdinand von Schirach vor den Anschlägen auf die Zeitschrift Charlie Hebdo geschrieben und die im Buch angefügte Rede, vor den Anschlägen in Paris im November 2015.

In dem Theaterstück geht es um eine Gerichtsverhandlung. Ein junger Bundeswehr Kampfpilot ist dort wegen 164 fachem Mord angeklagt, weil er ein Passagierflugzeug abgeschossen hat, dass entführt wurde. Der Entführer war im Begriff, dass Flugzeug in ein voll besetztes Fussballstadion stürzen zu lassen. Der Pilot entschied sich dafür, trotz gegenteiligem Befehl, das Flugzeug ab zu schiessen und so 164 Menschen zu töten, aber 70.000 im Stadion unversehrt zu lassen.

Das ganze ist mit Regieanweisungen und Hintergrundinfos in Theaterstück - Stil geschrieben und stellt die Gerichtsverhandlung dar. Es geht zwar um die Frage, ob der Pilot schuldig gesprochen wird oder nicht. Diese wird aber von Schirach nicht abschliessend geklärt. Man hört sowohl die Plädoyer der Verteidigung, als auch der Staatsanwaltschaft. Man hört den Angeklagten und eine Nebenklägerin, deren Mann in der Maschine saß. Meine Stimmung wurde von der einen, ständig wieder in die andere Ecke geschoben. Was einem eben noch einleuchtend und richtig erschien, ist zwei Seiten weiter schon widerlegt und erscheint einem plötzlich falsch. Ein Wechselbad der Gefühle. Man will das Richtige tun, aber manchmal ist jede Option die man hat die falsche und man muss sich trotzdem für eine entscheiden.

Das Theaterstück ist so konzipiert, dass am Ende die Zuschauer die Schöffen sind, die entscheiden sollen, ob der Angeklagte schuldig ist oder nicht. Für beide Fälle ist ein abschliessender Text mit Begründung verfasst worden. Beide Argumentationen sind stichhaltig und völlig einleuchtend. Genau das macht das Dilemma so prägnant.

Kann man ein Menschenleben gegen ein anderes aufwiegen ? Das Bundesverfassungsgericht hat gesagt nein. In der Geschichte beschreibt der Pilot, dass ihn dieses Gesetzurteil Handlungsunfähig gemacht hat gegen Terroristen.  Diese würden dies ausnutzen und sich immer hinter den unschuldigen Leben verstecken und so ihre Attentate ausführen. Es gibt einfach keine Entscheidung in diesem Fall, die richtig oder falsch wäre. Es gibt keine einfache Lösung die unser Gewissen beruhigt und mit der alle zufrieden sind. In solch einer Situation kann man nur verlieren.

Die angefügte Rede, die am Ende des Buches nach dem Theaterstück kommt, ist das eigentliche Goldstück des Buches. Sie entstand im Rahmen einer Preisverleihung für Charlie Hebdo. Schirachs Worte stehen für sich selbst. Ich könnte es nicht so treffend formulieren wie er, darum füge ich ein paar Zitate an. Seine Rede ist eine gute Erinnerung, uns nicht von Hass blenden zu lassen und nicht unsere eigenen Ideale zu verraten.

Weshalb soll eine Religion vor Beleidigungen besser geschützt sein als zum Beispiel die sexuelle Orientierung, die Hautfarbe oder Nationalität ? Ich glaube an den gelassenen,freien Geist unserer Verfassung, an ihre souveräne Toleranz und ihr freundliches Menschenbild.

Aber die tiefere Wahrheit ist: Es sind nicht die Terroristen, die unsere Demokratie zerstören. Sie können es gar nicht. Nur wir selbst, meine Damen und Herren, können unsere Werte ernsthaft gefährden.

Aber jetzt nützen uns weder Kriegsgeschrei noch blindwütige Aktion. Nur die Besonnenheit, nur die Verfassung, nur die Rechtsstaatlichkeit werden uns auf Dauer schützen können. Wenn wir die Regeln verraten, die wir uns selbst gegeben haben, werden wir verlieren. 
Wir müssen den Fanatikern genau das entgegensetzten, was sie am meisten fürchten und hassen: unsere Toleranz, unser Menschenbild, unsere Freiheit und unser Recht.

Die Rede ist noch um einiges länger und einprägsamer. Ich würde mir nach jeder Tagesschau ein abschliessendes Wort von Schirach wünschen. Er schafft es einfach immer alles kurz und prägnant zusammen zu führen, für das ich selber keine Worte finde. Ja ich bin sprachlos bei vielem, was da in der Welt so vorgeht und manchmal weiß ich nicht mehr was ich denken soll. Ich bin nicht immer einer Meinung mit ihm, aber er trifft oft sehr objektiv den Nagel auf den Kopf und bringt so Ordnung in meine Gedanken. Sein brillanter Erzählstil kommt in diesem Buch aber zu kurz. Nur im letzten Teil mit der Rede blitzt er auf. Das finde ich etwas schade. Die Geschichte mit dem Piloten wurde auch bereits in seinem anderen Buch angesprochen, ist also von Schirach Fans bereits bekannt. Ich hätte mir mehr Essay von ihm gewünscht, denn darin ist er wirklich gut. Trotzdem ist das Lesen des Buches ein gutes Lehrstück, was Moral und Prinzipien aber auch Rechtsstaat und Einzelfall Entscheidung angeht. Seine Bücher sind immer so geschrieben, dass man von ihm keine Meinung aufgedrückt bekommt, sondern er einem Argumente an die Hand gibt, sich seine eigene Meinung zu bilden. Das liebe ich so an seinen Büchern.

Zum Buch erschienen beim Piper Verlag geht es ---> hier

Interessant auch, wie Besucher des Theaterstückes abgestimmt haben in Sache des Piloten. Hier kommt ihr zum Umfrageergebnis ---> http://terror.kiepenheuer-medien.de

Ich wünsche euch einen friedlichen Tag.

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Freitag, 25. März 2016

Holmes & Ich - Die Morde von Sherringford - Brittany Cavallaro



Ich bin ein riesiger Sherlock Holmes Fan. Nicht nur von den original Doyle Romanen und Geschichten auch von neuzeitlichen Werken, wenn sie denn gut gemacht sind und nicht zu sehr an den Werten und Eigenschaften des original Holmes rütteln. Ich bin da immer sehr skeptisch. Es gibt eben nur einen wahren Holmes und ich wurde von einigen Adaptionen schon übel enttäuscht. Trotzdem muss ich jedes neue Buch, was sich mit dem Thema beschäftigt, lesen.

Holmes & Ich, kam mir am Anfang etwas suspekt vor. Alleine schon, dass wir uns nicht in London sondern in Conneticut / USA befinden, störte mich zuerst etwas. Die Idee die Geschichte Jahrzehnte nach Sherlock und Dr. Watson anzusiedeln aber gefiel mir. Jamie Watson, Nachfahre und Urururenkel des berühmten Dr. Watson muss sein geliebtes London verlassen und auf ein verhasstes Internat an der Ostküste der USA gehen. Er ist nicht nur ein gebrandmarktes Scheidungskind, sondern auch noch ein hoffnungslos romantischer Träumer. Einer seiner größten Kindheitsträume wird wahr, als er auf dem Internat ausgerechnet auf Charlotte Holmes trifft. Die Nachfahrin des berühmten Sherlocks, die in Sachen Familienerbe weder der Extzentrik noch des Drogenkonsums ihres berühmten Vorfahren nachsteht. Doch es sieht erst mal nicht so aus, als ob aus den beiden ein dynamisches Duo wird. Bis auf dem Campus ein Mord geschieht und ausgerechnet Charlotte Holmes und Jamie Watson die beiden Hauptverdächtigen sind. Sie müssen sich also zusammen raufen und das tun was ihnen im Blut liegt. Verbrechen aufklären. 

Das Buch hat nach anfänglichen Schwierigkeiten meine Erwartungen übertroffen. Zuerst viel es mir ein bisschen schwer in die Geschichte zu kommen. Eben weil es Holmes und Watson sind aber auch irgendwie nicht. Es dauerte etwas mich von alten Vorstellungen zu lösen und mich mit den neuen Figuren anzufreunden. Als dies dann, nach ein zwei Kapitel geschehen war, war das Buch einfach wunderbar. Es hat Witz und Spannung und die berühmten Situationen zwischen Holmes und Watson, die ich auch in den original Geschichten so liebe. Da Holmes hier ein Mädchen ist, mit allen Charakterzügen des originalen Holmes und Jamie Watson, eine junge Version des Dr. Watson ist, der sich ein bisschen in sie verguckt hat, auch wenn er es selbst nicht merkt, entsteht eine ganz neue Dynamik in der Geschichte. Ein Hauch von Lovestory aber weder kitschig noch unpassend. Es unterstreicht die Dynamik im Buch und erzeugte zusätzliche Spannung. Ich habe diese Spannung beim lesen geliebt und sie hat für jede Menge Schmunzelszenen gesorgt. Das Buch macht auch vor härteren Handlungsabläufen keinen Halt. Es geht um einen knallharten Kriminalfall der Holmes und Watson fast das Genick bricht. Es geht buchstäblich um Leben und Tod. Ich muss aber sagen das diese tödlich, dramatische Stimmung bei mir nicht erzeugt wurde. Sie stand hinter dem Holmes und Watson Geplänkel hinten an. Es gab für mich auch bei einigen Auflösungen Logikfehler, zumindest konnte ich ein paar Entwicklungen einfach nicht folgen. Vielleicht liegt es ja an meinen Deduktionsfähigkeiten, wer weiß ? Da waren für mich einfach Fehler in der Matrix. Der Kriminalfall war für mich nicht so vordergründig, wie er hätte sein sollen. Dafür bekam man ellenlange Gefühlsszenen von Jamie Watson.

Das ganze Buch wird von Jamie Watson erzählt und von seinen Gedanken und Gefühlen geprägt. Er ist schon ein bisschen das Weichei in dieser Story aber mit Herz und Verstand. Charlotte Holmes ist als Adaption an Sherlock gut gelungen. Egozentrisch, faszinieren, hochintelligent und jedem Laster nicht abgeneigt, was den brillanten Geist zerstreut. Witzig auch die Regeln die in der Familie Watson über Generationen weiter gegeben werden, für den Umgang mit Mitgliedern der Familie Holmes. Es scheint vorher bestimmt, dass Jamie der einzige ist der es mit Charlotte aushält und sie versteht, eben weil er ein Watson und sie eine Holmes ist. Schön auch der very british Charme der in Amerika nicht immer verstanden wird. 



Fast jeder Protagonist ist einer Figur aus den originalen Geschichten nachempfunden. Das schöne ist das durch die Ansiedelung der Geschichte so viel später, die Figuren keinen direkten Vergleich stand halten müssen. Es sind eben Familienangehörige aber nicht die Originale selbst, mit denen im Buch gearbeitet wurde. So konnte sich die Autorin freier bewegen und es ist ihr gut gelungen. Sie hat sowohl die Kriminalgeschichten von Doyle geschickt eingebaut, indem sie einen Nachahmungstäter entworfen hat, als auch den berühmten Gegenspieler Moriarty. Denn wo ein Holmes und ein Watson  sind, da ist auch ein Moriarty nicht weit. Es ist ein bisschen, wie eine sehr gelungene Fanfiction, die einen selber zum träumen einläd. Am liebsten würde man mit der 16 jährigen Charlotte und dem süßen Watson in Schuluniform durch London düsen. Das Ende liest sich so als könnte es in einem Folgeband dazu kommen. Ich hoffe das bleibt kein Traum.

Wer einen Sherlock Holmes Roman erwartet, der wird vermutlich enttäuscht werden. Wer offen für ein gutes Jugendbuch ist und es mit Sherlock nicht zu genau nimmt nicht. Zumal das Buch vielleicht auch jüngere Leser für die original Geschichten anlockt. Zum Buch erschienen beim dtv Verlag geht es ---> hier

Ich wünsche Euch einen detektivischen Tag.

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Dienstag, 22. März 2016

Andrzej Sapkowski - Der letzte Wunsch ( The Witcher 1 )



Auf 'The Witcher' wurde ich durch das neue Playstation 4 Spiel, The Witcher 3 - Wild Hunt aufmerksam. Ich bin kein Game Chick aber mein Mann wollte sich unbedingt die neue Playstation kaufen und nach langem herum überlegen von seiner Seite, zog sie dann doch bei uns ein. Also fand ich mich in einem Elektronikfachmarkt wieder und stand mehr oder weniger unnütz in der Gegend herum, als mich Gerald von Riva von einem Spielcover anlachte. Ich sah mich um und dachte, Mensch davon hasst du doch schon mal gehört. Eine ganze Buchreihe, aus der ein mehrfach prämiertes Spiel gemacht wurde ? Das muss ich mir genauer ansehen und die Playstation ist jetzt sowieso zu Hause.



Die ersten drei Stunden mit dem Spiel vergingen wie im Fluge. Ich fand mich in einer Welt voller Magie, Schwertkämpfe und Fabelwesen wieder, die mir, als Antihelden Gerald mal mehr mal weniger gut gesonnen sind. Es war mir sofort klar, ich muss diese Reihe komplett lesen. Das Spiel hatte mich noch viel neugieriger gemacht. Ich startete also mit dem ersten Buch ' Der letzte Wunsch '. Witzig das ein erstes Buch mit einem letzten Wunsch beginnt.



Gerald von Riva ist Hexer und verdient sein Geld damit Ungeheuer, Drachen, Vampire oder andere Monster umzubringen. Dafür musste er durch eine harte Schule gehen und wurde schon als Kind, sagen wir mal modifiziert. Er besitzt besondere magische Fähigkeiten und ist nicht mehr ganz menschlich seit dem. Leider macht ihn das in der Welt der Menschen auch zu einem Aussenseiter, der einerseits den Menschen zwar einen Dienst erweist aber andererseits auch gefürchtet und gehasst wird, weil er anders ist. Rast und Ruhelos zieht er durch das Land und sucht Aufträge, tötet mal hier einen Greifen, malt dort ein Wassermonster und versucht zu überleben. Dabei legt er eine todesverachtende  Einstellung an den Tag. Er lebt nach dem Hexerkodex und nach seinen eigenen Regeln, politische Ränkespiele oder Gesetzte der Obrigkeit sind ihm egal. Er ist zwar eine Art Söldner aber er ist nicht für alles zu haben. Doch sein Leben scheint in eine andere Richtung zu gehen als er Yennefer, eine Zauberin kennen lernt.

Gerald ist ein wunderbar vielschichtiger und witziger Charakter. Er ist sehr ironisch und kann nicht in jeder Situation, wo es angeraten wäre seinen Mund halten. Das bringt ihn oft in Schwierigkeiten die dann in einem saftigen Schwertkampf enden. Seine harte Schale und sein wildes Äußeres täuschen darüber hinweg, dass er durchaus moralische Grundsätze hat und ein guter Kerl ist. Das er trotzdem als Ausgestoßener leben muss durch sein Hexer -Dasein empfindet man als ungerecht. Oft wird ihm keine Wahl gelassen und er muss sich verteidigen und dafür auch Menschen töten, obwohl er das gar nicht will. Die Dialoge im Buch sind durchaus zum schmunzeln und laufen immer sehr kurz und strukturiert ab, da sie meist kurz vor einem Kampf oder einer brenzligen Situation statt finden. Allerdings brauch man etwas bis man sich einfindet, da das Buch quasi mitten drin startet und mehrere Handlungsstränge aus unterschiedlichen Zeiten zusammen wirft. Es ist zwar immer aus Gerald's Sicht erzählt aber die zeitliche Abfolge, wann ,was passiert ist, springt oft hin und her. Manchmal ist die Geschichte eine Füllgeschichte, wo es um das Bekämpfen eines Monsters oder das lösen einen Rätsels geht, mal hängt die Geschichte zusammen und legt sich wie ein Puzzleteil an den richtigen Platz, um etwas anderes besser verstehen zu können. Man wird zuerst nicht so richtig schlau daraus und muss sich seinen Teil denken, das macht es aber auch so herrlich spannend. Das ganze Setting erinnert an das Mittelalter, in dem es Ritter, Kriege, Zauberer und eben jede Menge menschenfeindliches Viehzeug gibt. Der polnische Autor hat auch sehr nett ein paar uns bekannte Märchen eingebaut. So findet sich durchaus z.B. das Biest aus 'die schöne und das Biest' in der Geschichte verpackt.



Die Reihe hat auf jeden Fall das Potential eine meiner liebsten Fantasy Reihen zu werden, eben wegen ihres starken Protagonisten und der Idee die dahinter steckt. Gerald hat durchaus Sex Apeal und Wirkung auf Frauen. Das erste Buch ist quasi nur zum kennen lernen mit Gerald gedacht und ich bin gespannt wie es weiter geht. Nach dem ich das Buch in einem Tag zu Ende gelesen hatte, habe ich mir sofort die anderen sieben Bücher der Reihe bestellt. Mit ca 400-600 Seiten sind sie ja auch nicht all zu dick.

Zum Buch erschienen bei dtv geht es hier*

Wer sich ein bisschen von dieser Welt anschauen möchte, der braucht nur The Witcher 3 zu googlen.Die Gamecommunity hat zahlreiche Bilder und Extras im Netz. Gerald ist im Spiel wirklich genau so, wie er auch im Buch beschrieben ist. Damit hat man durch das Spiel zum ersten mal die Chance mit seinem geliebten Buchcharakter ganz anders zu interagieren, wie wir das sonst können, wenn wir ein Buch gelesen haben.

Ich wünsche euch einen verhexten Tag

Eure Paloma Pixel



dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Sonntag, 20. März 2016

Die Shannara Chroniken- Elfensteine



Terry Brooks Fantasyepos ist eigentlich nicht erst von gestern. Trotzdem wurde ich erst durch die gleichnamige Serie darauf aufmerksam. Elfen, Zwerge,Trolle und Dämonen. Dazu eine Prinzessin, ein magisch begabter aber unbedarfter Junge und ein gerissenes Zigeunermädchen. Ein undurchsichtiger Druide, der mehr weiß als er zugibt. Ein magischer Baum, der die letzte Barriere zur Verteidigung der Welt gegen die Dämonen darstellt. Das Buch hat eigentlich alles was man so von einer ordentlichen Fantasy Geschichte erwartet. Der Stil und die Handlung erinnert doch etwas an Herr der Ringe. Terry Brooks war von Tolkien gleichermassen begeistert wie beeindruckt. Allerdings siedelt er seine Geschichte in einer Welt nach dem Atomkrieg an, in der sich die Menschheit in eine ganz andere Richtung entwickelt hat. Es sind nur noch Reste unserer bekannten Zivilisation vorhanden. Dafür ist die Welt ein magischer Ort geworden, in der die Elfen mit ihrer Kultur und ihrem König eine große Rolle spielen. Die Menschen selbst machen einen eher kleinen Anteil aus und auch Zwerge, Gnome und andere neu gebildete Rassen. Über allem thront der Ellcrys, der heilige Baum der Elfen der auf magische Weise die Dämonen gebannt hat, so dass sie in den vier Landen keinen Schaden anrichten können. Allen voran der mächtige Dagda Mor.

Doch eines Tages fängt der Baum an zu welken und damit beginnen die Probleme. Je schlechter es dem Ellcrys geht um so leichter können die Dämonen wieder in diese Welt kommen. Die letzte Hoffnung für die Welt ruht auf den Schultern drei junger Leute, die das Schicksal zusammenwürfelt. Amberlee Elessedil die Elfenprinzessin, die einst als Erwählte dem Baum dienen sollte aber geflohen  ist. Will Ohmsfort, der in einfachen Verhältnissen aufwuchs und Heiler werden will und nicht ahnt das durch seine Herrkunft mehr in ihm steckt und Eretria, dass gerissene Zigeunermädchen die in jeder Situation noch eine Finte findet. Die drei müssen sich erst zusammen raufen und sind sich nicht immer einig. Hier haben wir mal wieder eine typische dreier Konstellation in einem Buch auch die Liebe spielt hier eine Rolle. Doch alle drei sind gleicher Maßen wichtig. Zusammen treten sie die Reise an, dass letze Samenkorn des Ellcrys an einen geheimen Ort namens Sichermal zu bringen. Denn das ist die letze Chance die Dämonen noch auf zu halten. Doch das weiß auch der Dagda Mor und er versucht alles, um das zu verhindern. Einzig und alleine Allanon der weise aber undurchsichtige Druide hat den vollen Einblick, er gibt aber nicht viel Preis. Denn die Reise fordert alles von Amberlee, Eretria und Will. 

Das Buch ist wirklich unglaublich detailliert und sprachgewandt geschrieben. Terry Brooks verliert sich oft in unendlichen Beschreibungen der Landschaft und der Schlachtszenen. Seine Figuren sind wunderbar ausgereift und entwickeln sich im Laufe der Zeit immer weiter. Die drei Hauptprotagonisten wachsen immer mehr zusammen und vor allem die Figur des Will, mit seinen witzigen Äußerungen sorgt für ein gewisses Gleichgewicht auch zwischen den beiden Mädels. Sicher manchmal empfand ich die ellenlangen Landschaftsbeschreibungen doch etwas ermüdend aber trotzdem war die Sprache wunderschön. Ich konnte alles sehr flüssig lesen und durch die genauen Beschreibungen bekam ich ein sehr detailliertes Bild in meinem Kopf beim lesen. Irgendwie endschleunigt die Sprache einen zwischen den spannenden Szenen beim lesen. Das hat mir gut gefallen. Den Vergleich zur Serie braucht das Buch auch nicht zu scheuen. Ich finde es ist noch mehr Fantasyepos als die Serie. Es gibt noch mehr Hintergrundinfos und Charakterzüge der Protagonisten frei. Man muss auch sagen das die Serie sehr nah am Buch ist. Ich hatte zuerst ein paar Folgen der Serie gesehen und dann das Buch gelesen. Mir hat beides gut gefallen und ich habe weder etwas vermisst noch etwas als störend empfunden. Einzig das Cover des Buches, dass von der Serie kommt finde ich nicht so schön. Irgendwie ist es nichts sagend wenn ich nicht schon von der Serie gehört habe. Das ist schade für das Buch, wo es doch selbst so viel zu bieten hat. Eines sollte man aber auf keinen Fall tun. Wenn man nicht gespoilert oder um ein schönes Leseende gebracht werden will, darf man die 1. Staffel der Serie nicht zu Ende gucken. Da müsste man Serie und Buch parallel zu Ende lesen/schauen.

Eigentlich ist Elfensteine ja der zweite Chronik Band in Terry Brooks Abfolge. Das macht aber nichts, da es ein in sich komplett geschlossener Band ist, kann man ihn auch einzeln lesen. Ein wirklich tolles Fantasybuch das anderen großen Fantasyreihen in nichts nachsteht. Die 700 Seiten lohnen sich auf jeden Fall.

Zum Buch erschienen im Blanvalet Verlag geht es hier*

Ich wünsche euch einen phantastischen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Samstag, 12. März 2016

Rezension ' Um Leben und Tod '



Ein Hirnchirurg erzählt vom Heilen, Hoffen und Scheitern. 

Oh mein Gott, dieses Buch hat mich fertig gemacht. Ja, dass macht Henry Marsh. Er erzählt uns in seinem Buch von seinem Leben als erfolgreicher Neurochirurg in London. Er erzählt, wie er zur Medizin gekommen ist und was ihn dazu bewegte, die Neurochirurgie zu seinem Fachgebiet zu machen. Er erzählt von seinem persönlichen Leben und wie ihn dieser Beruf geprägt und begleitet hat. Er erzählt uns von schwierigen Hirntumoroperationen und seinem Hilfsprojekt in der Ukraine. 

Das könnte es jetzt schon gewesen sein, denn diese Themen reichen aus für ein gut gefülltes Buch aber Henry Marsh geht noch zwei Schritte weiter. Er erzählt eben auch die Dinge die viele Ärzte, vor allem Chirurgen niemals laut aussprechen. Er ist menschlich. Er macht Fehler. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Götter in weiß möglichst unfehlbar sein sollen. In der keine Fehler passieren dürfen und diese aus Angst vor Klagen gerne vertuscht werden. In der die Menschen die Erwartung haben, dass sie zum Arzt gehen und danach wieder alles in Ordnung ist. Der Tod ist für viele keine Option mehr die zum Leben dazu gehört. In der das Krankenhauspersonal oft von der Flut der Patienten und der Masse an neuen Gesetzen, Regel und Hygienevorschriften völlig überlastet ist. In der es schwieriger ist ein freies Bett für einen operierten Patienten, als einen Big Mac zu bekommen. 

Henry Marsh spricht es laut aus ohne Angst davor zu haben das er als Nestbeschmutzer der weißen Zunft da steht. Das macht ihn herrlich ehrlich.

Gerade in der Neurochirurgie zählt jeder Millimeter. Sie können über Leben und Tod entscheiden.  Das Gehirn ist der komplexeste Ort in unserem Körper und der wichtigste. Geht hier etwas schief, hat es verheerende Konsequenzen. Mit diesen Konsequenzen muss der Chirurg leben können. Das Buch ist hart. Es war für mich bei einigen Geschichten schwer weiter zu lesen. Das lag aber nicht nur daran das Mr Marsh sehr mitfühlend schrieb, sondern das ich selbst schon einige dieser Situationen durch meinen Job als Krankenschwester erlebt habe. Ich glaube für Betroffene, die an einem Hirntumor leiden kann das Buch Fluch und Segen sein, je nachdem was man sich zutraut. Will man schonungslose Ehrlichkeit, wie seine Chancen stehen und versteht man auch etwas von der Medizin kann man es lesen. Ansonsten würde ich Betroffenen eher abraten. Jedem Medizinstudenten aber empfehle ich es als absolute Pflichtlektüre! Vor allem denen, die auf Grund von Ehre und Geld Medizin studieren und schon im Studium eine gewissen Arroganz an den Tag legen.

Das Problem am Arzt sein, ist nicht nur der Druck und die hohe Erwartungshaltung durch die Unfehlbarkeit, sondern auch sich seine Menschlichkeit zu erhalten. Patienten sind irgendwann nur noch Fallnummern die kommen und gehen. Nach einer Tumoroperation, ob nun geglückt oder nicht, fährt man nach Hause zu seinen Lieben und feiert Geburtstag oder isst Pizza. Im Krankenhaus bleibt die Fallnummer Patient mit einer Halbseitenlähmung und einer Lebenserwartung von einem halben Jahr weinend zurück. Das ist nicht für jeden etwas und das erträgt auch nicht jeder der Arzt wird. Der Job bringt es mit sich das man unweigerlich abstumpft und man muss aufpassen, dass man dies nicht irgendwann auch in den privaten Bereichen tut und gar nichts mehr empfinden kann. Henry Marsh kämpft seit 27 Jahren diesen Kampf. Zwischen chirurgischer Passion und eigenem Mitgefühl. Selten habe ich erlebt, dass ein Arzt das so schonungslos zugibt. Es ist ein scheiß Gefühl jemandem zu sagen das er sterben muss und es ist okay sich dabei scheiße zu fühlen. 

Das Buch ist in einzelne Fälle oder Erzählungen aus Henry Marsh's Leben aufgeteilt und jede Geschichte, hat als Titel den medizinischen Fachbegriff der Erkrankung. Mr Marsh kommt als Arzt natürlich um viele Fachbegriffe nicht herum und es ist hilfreich selbst als Leser vom Fach zu sein aber absolut kein muss. Er schreibt wunderbar klar und strukturiert und man leidet in den Geschichten ein Stück mit. Man ist zusammen mit Henry traurig, besorgt oder wütend und ich musste auch die ein oder andere Träne trocknen. Selbst wenn ich jetzt nach beenden des Buches daran zurück denke. 

Ein wirklich emotionales und schonungsloses Buch, dass auch mal die Obersten der Gesundheitsbehörden und Krankenkassen lesen sollten. Der interessierte Leser der noch keine Berührungspunkte mit diesem Thema hatte, kann hier nachlesen was in Krankenhäusern und hinter den verschlossenen Türen des OP- Saals wirklich so geschieht. Wir sind nicht nur Fallnummern  sondern Menschen und Menschlichkeit lässt sich nicht in Geld bemessen. Arzt zu sein ist immer noch eine Berufung, genau so wie Patient zu sein Schicksal ist.

Zum Buch geht es hier*

Bleibt gesund

Eure Paloma Pixel 


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Ich habe noch eine kleine Bilderreihe aus meinem Arbeitsalltag für Euch. Auf den Bildern sind keine echten Einsatzsituation oder Patienten zu sehen. Sie entstanden bei Übungssituationen  in der Ausbildung. Viele von Euch fragen ja immer wieder nach meinem Job. Hier passt es mal ein paar Einblicke zu zeigen.

das darf jetzt aufgeräumt werden

Geräte werden jeden Morgen gecheckt

auch die ganz Kleinen sind manchmal schon Patient

man muss auch mal als Infusionsständer her halten

mehr Gepäck als wenn ich in den Urlaub fahren würde
manch ein Koffer wiegt bis zu 50 kg ( mittlerweile gibt es dafür Rucksäcke)
im 4 Stock gefühlt 100

immer auf den Kabelsalat achten


Samstag, 5. März 2016

Pokerspiel mit Folgen - LYX Storyboard Wettbewerbsbeitrag



Vor einiger Zeit habe ich euch ja schon von der tollen LYX Storyboard Aktion erzählt. Dort könnt ihr jetzt die ersten tollen Wettbewerbsbeiträge zum Bad Boys Schreibfest lesen und ab 21.03.16 für eure favorisierte Geschichte abstimmen.
Ich habe mich schon einmal fleißig ins Getümmel gestürzt und mir ein paar Geschichten durchgelesen. Gute Ablenkung und Abwechslung für zwischendurch, da die meisten Geschichten um die 10-12 Seiten lang sind für den Wettbewerb. Alle Geschichten behandeln das Thema Bad Boys aber sind zum Teil doch sehr unterschiedlich. Einige bewegen sich im High School Bereich aber es gibt auch Fantasy und den klassischen Spannungs- und Erotik geladenen Teil. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Die eine entdeckt ihren Bad Boy bei der Shakespeare Schulaufführung die andere muss mit ihm wilde Greife bekämpfen.

Zum Schreibfest geht es hier---> http://blog.lyx-storyboard.de/schreibfest-bad-boys/

Zu allen Wettbewerbsbeiträgen hier----> https://lyx-storyboard.de/wettbewerb



'Pokerspiel mit Folgen' ist die Geschichte die ich euch gerne vorstellen möchte, weil sie mir besonders gut gefallen hat. Ich fand den Schreibstil ungewöhnlich flüssig aber nicht zu schnell, die Pointen waren genau an der richtigen Stelle. Für mich ein Wettbewerbsbeitrag mit gutem Potential. Die Geschichte endet sehr offen, quasi an einem Kapitelschnitt und ich habe mir sofort gewünscht weiterlesen zu können. Leider geht die Geschichte aber noch nicht weiter aber genau das Gefühl sollte eine gute Geschichte ja auslösen. Das man unbedingt weiterlesen möchte. Darum lest euch die Geschichte unbedingt mal durch und lasst euer Voting beim Schreibfest da. Ich bin sicher jeder der Hobbyautoren dort hätte es verdient.







In 'Pokerspiel mit Folgen' hat die junge Lindsay einen Haufen Probleme, vor allem finanzieller Art. Die einzige Möglichkeit schnell an Geld zu kommen, sieht sie im örtlichen Casino. Wobei Lindsay keine spielende Träumerin ist sonder das ganze mit System angeht. Sie zählt Karten. Doch das ist alles andere als legal und sie wird ausgerechnet an diesem wichtigen Abend, von einem sehr gut aussehendem Fremden erwischt. Sie hat furchtbare Angst nun angezeigt zu werden und das ganze gewonnene Geld wieder zu verlieren, was sie doch so dringend braucht. Doch der Fremde will sie nicht zur Polizei schleppen, sondern gibt ihr einen Zettel mit einer Adresse an der sie sich einfinden soll. Er verlangt eine Gefälligkeit. Doch was wird das sein ?

Zum Wettbewerbsbeitrag 'Pokerspiel mit Folgen' geht es hier ---> https://lyx-storyboard.de/buch/pokerspiel-mit-folgen






Die Geschichte war wirklich spannend aber hatte auch sexy Szenen. Es hat richtig Spass gemacht sie zu lesen. Ich bin gespannt was in den nächsten Tage noch für Geschichten veröffentlich werden und hoffe das 'Pokerspiel mit Folgen' noch ein paar Kapitel bekommt die ich lesen kann. Ich wünsche der Geschichte viel Glück im Wettbewerb.




Viel Spass beim lesen.

Eure Paloma Pixel



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