Sonntag, 24. April 2016

LockedIn - Wach auf wenn du kannst


Der Titel des Buches zog mich magisch an, denn das so genannte Locked In Syndrom ist eines der medizinischen Rätsel die noch nicht völlig erforscht sind. Denn es gibt einen Unterschied zwischen   Wachkoma und Locked In. Leider wurde ich medizinisch gesehen vom Buch etwas enttäuscht, aber als Frau vom Fach sieht man solche Sachen ja auch anders.
Die Story aber war alles andere als enttäuschend. Sie war so mittreißend und spannend das ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. 

Alex Dare ist Journalistin und stößt bei Recherchen auf die Wachkoma Patientin Amy. Alex kann sich noch gut an den 15 Jahre zurückliegenden Fall erinnern. Amy wurde vergewaltigt und verprügelt und dann versuchte der Täter sie zu ermorden. Es gelang ihm nicht gänzlich, denn seit dem liegt Amy mit schweren Kopfverletzungen im Koma. Schnell verbeißt Alex sich in den Fall und sie ist davon überzeugt das Amy auf irgendeine Art mit ihr kommuniziert. Doch Alex steht vor einer Wand der Probleme, nicht nur bei dem Fall, sondern auch bei sich selber. Denn sie ist seit Jahren Alkoholikerin und wer sollte ihr schon glauben. 

Es beginnt eine bruchstückhafte Erinnerungssuche, auf der man Amy und Alex begleitet. Man muss zusehen wie Alex ihr Leben zwischen ein paar wachen Stunden am Tag und besoffenem Wegdrifften in der Nacht, begleitet von Panikattacken fristet. Sie glaubt sie hat ihren Konsum im Griff , wie übrigens jeder Pegeltrinker. Im Buch sind sehr schön die Höhen und Tiefen einer solchen Promillekarriere beschrieben. Sehr schonungslos und darum sehr glaubwürdig. Das gefiel mir gut. Amy hängt im wahrsten Sinne des Wortes fest und erinnert sich an kaum etwas. Die Abschnitte aus ihrer Sicht erinnern an kurze Traumsequenzen. Trotzdem bekam man hier einen Eindruck davon, was ein Komapatient noch mitbekommen könnte. Niemand weiß es ja genau und bei jedem Patienten ist dies unterschiedlich und individuell. 

Der Kriminalfall ist spannend eingebaut. Man kämpft mit Alex zusammen für Gerechtigkeit und sieht ihr dabei zu, wie sie sich Stück für Stück vorarbeitet. Das gilt nicht nur für Amys Fall, sondern auch für ihr Privatleben. Amy wird für Alex ein Rettungsanker. Sie hält ihr gleichzeitig den Spiegel vor und die Situation die sich entwickelt zwingt Alex zurück ins Leben. Das war für mich mindestens genau so spannend wie die Frage, ob es Alex gelingt nach so vielen Jahren den Täter ausfindig zu machen. 

In der Zeit wird hin und her gesprungen. Mal erleben wir Szenen der Tat aus Amys Sicht vor 15 Jahren, dann wird wieder in die Gegenwart oder in die Vergangenheit anderer beteiligter Personen gesprungen. Mich hat das aber nicht gestört. Die Spannung wurde so schön aufrecht erhalten und man tappte wirklich bis zuletzt im dunkeln. Es war schon ein kleines bisschen in Richtung Psychothriller für mich. Außer für Alex und Amy konnte ich für keine anderen Protagonisten wirkliche Sympathie entwickeln. Es wurde eher ein hartes Bild von allem gezeichnet und die Beschreibungen des Verbrechens an Amy waren genau so schonungslos. 

Was am Ende bei Alex Ermittlungen heraus kommt, war dann auch überraschend und ich war mit dem Ende trotzdem zufrieden, denn es war realistisch. Mein kleiner Wermutstropfen an einem ansonsten perfekten Buch, war nur der medizinische Aspekt. Ich finde man hätte gut noch Erklärungen über das Wachkoma in die Szenen, in denen Alex mit Amys Arzt redet einbauen können. Locked In, das ja auch den Titel des Buches stellt, wird überhaupt nicht erwähnt. Das fand ich sehr schade, denn das kann man in zwei Minuten googlen und in sein Buch einbauen. Es hätte der Geschichte noch zusätzliche Glaubwürdigkeit verliehen. Denn so macht es ja wenig Sinn, sein Buch nach etwas zu benennen, dass dann im Buch gar nicht vor kommt.

Zur besseren Erklärung : Amy liegt nach der Beschreibung des Buches im Wachkoma. Dieser Begriff wird dort auch dafür mehrmals genannt. Liegt man im Wachkoma wirkt man für die Umwelt zwar wach und hat eventuell geöffnete Augen und unwillkürliche Bewegungen, der Patient hat aber kein Bewusstsein, kein Sprachverständnis und kann auch nicht wie beschrieben im Buch kommunizieren. Was nicht erwiesen ist, ob er gar nichts mehr mitbekommt z.B. Musik oder Stimmen, die er aber nicht zuordnen kann so wie wir uns das vorstellen. Musik spielt im Buch eine große Rolle. Das sorgte für Ohrwürmer beim lesen.
Locked In Syndrom jedoch bedeutet, dass ein Patient Bewusstsein hat, er aber vollständig gelähmt ist und dadurch unfähig wird sich durch Sprache oder Bewegungen verständlich zu machen. Meist funktionieren nur Augenbewegungen oder die im Buch dargestellte Methode durch ja / nein Fragen. Da Amy im Buch durchaus Passagen hat in denen sie bei Bewusstsein ist und nachdenken kann, wenn auch nicht so wie ein gesunder Mensch, würde das also auf sie eher zutreffen. Dann wäre aber der Begriff Wachkoma im Buch falsch gewählt und Locked In, was eigentlich zutrifft wird nicht erklärt. Dieser medizinische Fehler wird aber dem normalen Leser nicht auffallen. Ich bin aber für genaue Recherche beim Bücher schreiben. Der spannenden Story schadet es aber nicht. Sie bleibt gut geschrieben und überzeugend.

Zum Buch, 429 Seiten, erschienen im Heyne Verlag ----> http://www.randomhouse.de/Paperback/Locked-in/Holly-Seddon/e479761.rhd

Ich wünsche euch einen spannenden Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Samstag, 23. April 2016

Aktion und Verlosung zum Welttag des Buches


Auch in diesem Jahr am 23. April, ist es wieder soweit und im Rahmen der Aktion "Blogger schenken Lesefreuden" verlose ich dieses Mal nicht nur gigantische 4 Bücher aus 4 verschiedenen Genre, sondern habe mir auch eine tolle Aktion in meiner Stadt ausgedacht, um anderen Leuten Lesefreude zu schenken. Denn es geht natürlich nicht nur ums Buch das man gewinnen kann. Obwohl das Buch, dass Objekt unserer Begierde ist, fand ich es dieses Mal einfach zu langweilig nur ein paar Bücher zu verlosen. Ich wollte mehr Aufmerksamkeit auf die Lesefreude und diesen Tag lenken. Darum wird dieser Flyer bald in meinem örtlichen Krankenhaus hängen. Ich werde mich als gute Bücherfee betätigen und bin schon gespannt, ob jemand den angebotenen lokalen Service nutzen möchte. 

Biblio Care

Sie liegen schon länger im Krankenhaus und ihnen ist langweilig? Sie sind leider nicht mobil oder dürfen das Krankenhaus nicht verlassen? Sie lesen gerne, doch ihnen geht gerade der Lesestoff aus ? 

Kein Problem, als Buchbloggerin und Krankenschwester besorge ich Ihnen gerne Nachschub. Schreiben sie mir eine Mail mit ihrem Buchwunsch. 

Noch keine Idee was man lesen könnte? Auch kein Problem, schreiben sie mir ihr Lieblingsgenre und ich mache ihnen Vorschläge. Sie tragen nur die Kosten des besorgten Buches. Sie können auch über die Stationsschwestern mit mir Kontakt auf nehmen.

Einfach eine Mail an : palomapixel(@)palomapixel.com


Dieser Flyer wird jetzt am schwarzen Brett im Krankenhaus aufgehängt. Das Angebot bezieht sich dann zwar sehr begrenzt auf das Krankenhaus in meiner Stadt, aber niemand hindert euch daran solch oder eine ähnliche Aktion bei euch in der Stadt um zu setzten. Ich kenne mein Krankenhaus sehr gut, weil ich dort meine Ausbildung gemacht habe. Viele Patienten kommen tagtäglich am schwarzen Brett vorbei und die Schwestern genauso. Unterschätze niemals die Langeweile eines Patienten wenn er z.B. nur im Bett liegen darf. Irgendwann hat man fernsehen und Zeitschriften lesen satt. Ich habe nur daran gedacht, wie es mir gehen würde. Mein Wunschzettel an neu erscheinenden Büchern würde in astronomische Höhe steigen und nicht jeder aus meiner Familie wäre in der Lage, die richtigen Bücher für mich aus der Buchhandlung zu besorgen.



Nun aber zu den 4 Büchern die verlost werden.




Dieses Mal könnt ihr zum Welttag des Buches diese vier Bücher gewinnen. Zu allen vieren findet ihr die Rezensionen auf meinem Blog.

Layers von Ursula Poznanski ( nagelneu )

Der Komet im Cocktailglas von Florian Freistätter ( Mängelexemplar, einmal von mir gelesen)

Generation Beziehungsunfähig von Michael Nast  ( einmal gelesen)

Verstossene des Lichts von Lara Adrian ( einmal gelesen)

Wenn ihr eins der vier Bücher gewinnen möchtet, einfach einen Kommentar unter diesem Blogpost schreiben, in dem ihr mir mitteilt, welches Buch ihr haben möchtet und eine Emailadresse, damit ich euch benachrichtigen kann falls ihr ausgelost werdet!

Hier geht es zum Welttag des Buches : http://www.welttag-des-buches.de

Hier geht es zu Blogger schenken Lesefreuden : http://bloggerschenkenlesefreude.de


Die vier verlosten Bücher sind bis auf Layers gebraucht.Es handelt sich nicht um Rezensionsexemplare. Coverrechte liegen beim Verlag. Fotos von mir selbst geschossen. Der Rechtsweg bei der Verlosung ist ausgeschlossen. Die Verlage haben nichts mit der Verlosung zu tun. Verlosung nur ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern, da ich später Eure Adresse zum versenden der Bücher benötige. Verlosung läuft bis zum 26.04.16 10:00 Uhr.

Ich wünsche euch viel Glück.

Eure Paloma Pixel

Aktion ist beendet ! Vielen Dank an alle die mitgemacht haben. Ich bin jetzt erst mal mit Auslosen beschäftigt. Die Gewinner werden von mir per Email benachrichtigt !

Donnerstag, 21. April 2016

Gone Cat - Die stumme Zeugin - Sam Gasson



'Gone Cat' ist kein typischer Katzenkrimi, wenn man das zuerst auch vermutet. Denn Katze Mildred hat keine Superfähigkeiten oder redet mit ihrem Herrchen. Sie ist einfach eine ganz normale Katze, an deren Halsband eine Kamera angebracht wird, um zu sehen wo sie sich immer so rum treibt.
Ihr Herrchen Bruno ist 11 Jahre alt und sein Vater Jim, gibt gerade seine Karriere als Privatdetektiv zu Gunsten seiner Gesundheit auf. Doch das hält die beiden nicht ab, unabhängig voneinander zu ermitteln, als im Haus gegenüber ein Mord passiert.
Denn die Nachbarin wird brutal ermordet und am Tatort werden blutige Katzenpfoten entdeckt. Zu allem übel ist auf einmal auch Katze Mildred mit ihrer Halsbandkamera verschwunden. Wurde der Mord vielleicht von ihr zufällig gefilmt ?

'Gone Cat' ist kein Kriminalroman der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Er plätschert eher mit viel britischem Charme und Witz dahin. Er ist spannend aber auch einfach geschrieben. Ich konnte ihn in einem Rutsch lesen. Es geht um knallharte Kapitalverbrechen die ein 11 Jähriger aufklärt. Zunächst passt das nicht unbedingt aber es verringerte mein Lesevergnügen an der Story nicht im geringsten. Die Stimmung der schweren Verbrechen wird durch Brunos kindliche Sicht abgemildert.

Bruno und sein Vater sind interessante Figuren und das Buch ist aus mehreren Perspektiven geschrieben. Es gibt Abschnitte in denen Bruno alleine ermittelt und in denen sein Vater alleine unterwegs ist. Katze Mildred bekommt ebenfalls ihren Anteil. Bruno spielt nicht nur Detektiv, er eifert seinem Vater so nach, dass er überzeugt ist schon Detektiv zu sein. Er ist zwar erst 11, wirkt aber sehr altklug. Das schwere Verbrechen flösst ihm keine Angst ein sondern beflügelt ihn eher. Da jetzt endlich mal ein echtes Verbrechen in seiner Straße auftaucht, dass er aufklären kann. Er verhält sich auch in den absurdesten Situationen nicht wie ein Kind. Die einzigen Emotionen die er zeigt, betreffen Katze Mildred, nicht einmal einen Freund kann er trösten als dessen Mutter ermordet wird.

Auch das seine Eltern völlig locker damit umgehen das ein 11 jähriger in einer Mordermittlung mitmischt hat mich eher gewundert. Normalerweise bringt man seinem Kind ja einen gewissen Respekt vor Kapitalverbrechen bei um sie zu schützen. Sein Vater Jim behandelt ihn aber eher wie einen gleichberechtigten Partner, was Bruno dann auch dazu veranlasst sich immer mehr in diese Detektivgeschichte hinein zu steigern und ihn sogar dazu bringt, Beweismittel ein zu behalten damit er den Fall eher lösen kann als die Polizei. Das passte so gar nicht zu meinem Bild eines 11 jährigen. Trotzdem hatte Bruno als Figur so viel Enthusiasmus  und Intelligenz das man ihm das alles zutraute und dazu trug er verschiedene Katzenpullover, als kleine Marotte.



Die Story blieb kontinuierlich spannend, da es ein großes Hin und Her von Verdächtigen gibt. Zuerst scheint der Fall zu eindeutig und dann tauchten ein paar Geständnisse auf die dann widerrufen wurden. Da rätselt man als Leser doch mit und ich wurde mehr als einmal auf eine falsche Fährte geführt oder war überzeugt davon das derjenige der Mörder war, der es dann doch nicht war. So muss es meiner Meinung nach bei einem guten Kriminalroman auch sein. Alles spielt sich mehr oder weniger in der einen Straße ab und besonders ein alter Bonbonladen mit bunten Bonbons in großen Gläsern spielt eine Rolle.
Viele Sachen sind durch Brunos Augen in einer kindlichen Art und Weise beschrieben, die schlimmen Sachen den Schrecken nehmen, da ein 11 jähriger, so schlau er auch ist, doch eine andere Sichtweise der Dinge hat. Wie detailverliebt man eine einzige Straße beschreiben kann. Für ein Kind eine ganz andere große Welt. Da wird die Stimmung eines schrecklichen Verbrechens durch Detailverliebtheit und englischen Charme abgemildert. Kleine Beobachtungen die Bruno gemacht hat spielen auf einmal eine große Rolle. Da entsteht eine ganz eigene Stimmung für mich im Buch.  Durch seine Ermittlungen bringt Bruno sich in gefährliche aber auch skurrile Situationen, die sehr amüsant gelöst werden. Oft ganz anders enden, als man denkt. Ich hatte öfters das Gefühl , das dass jetzt nicht gut ausgehen wird für ihn und dann sah es doch ganz anders aus. In der Realität wäre ihm wohl eher etwas schlimmes passiert.

Ich muss zugeben das ich bei den vielen Verdächtigen und dem zusätzlichen eingebauten Verschwinden Mildreds, dass nicht nur ausschließlich mit dem Mordfall zu tun hat, ein wenig den Überblick verloren habe. Bruno bringt sich in Gefahr ohne es wirklich zu merken und unbewusst sind Vater und Sohn getrennt voneinander auf der richtigen Spur. Die gesundheitlichen Probleme von Jim spielen zunächst eine untergeordnete Rolle, vor allem zum Ende des Buches hin, gibt es aber eine Szene die mir sauer aufstieß, weil sie medizinisch einfach viel zu unglaubwürdig war. Sorry. aber als Person mit medizinischen Fachwissen verderben mir solche Szenen manchmal das Lesevergnügen. Ich bin da pingelig, jeder kann richtige Symptome heutzutage googlen. Das ist aber ein Spleen von mir, jedem anderen wird es vermutlich nicht auffallen.

Die Auflösung des Falles ist gut gelungen und ich war heilfroh das es so ausgegangen ist. In den Szenen als Mildreds Kameraaufnahmen angesehen wurden musste ich den Atem anhalten, es war wirklich spannend. Das Buch hat mir wirklich Spass beim lesen gemacht und spricht bestimmt nicht nur Krimifans und Katzenfreunde an.



Zur Lovelybooks Leserunde, in der ich das Buch gewonnen habe geht es hier : http://www.lovelybooks.de/autor/Sam-Gasson/Gone-Cat-Die-stumme-Zeugin-1204135291-w/leserunde/1231746295/

Zum Buch, 345 Seiten erschienen bei Egmont LYX ----> http://www.egmont-lyx.de/buch/gone-cat-die-stumme-zeugin/


Ich wünsche euch einen katzenfreundlichen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Samstag, 16. April 2016

Generation Beziehungsunfähig - Michael Nast


Michael Nast wird als Sprachrohr einer ganzen Generation bezeichnet. Zumindest von der Zeitung 'Die Welt'. Er steht für eine Generation Ü30, die den Bezug zu sich selbst durch Selfiewahn und Selbstoptimierung verloren hat. Was ist wirklich wichtig im Leben ? Warum fühlt man sich leer, obwohl man vermeintlich alles erreicht hat? Warum gibt es so viele Singles in Berlin wie nirgendwo sonst ? Michael Nast beleuchtet kritisch das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Das alles liest sich, wie Tagebucheinträge und Anekdoten die ihm seine Freunde erzählt haben. Es sind kurze Essays. Sozusagen ein Schwank aus seinem Leben. Was ihm durch den Kopf ging als er die Geschichten seiner Freunde und Bekannte hörte. Manches ist zynisch und sorry, auch typisch männlich. Vor allem die Geschichten über Dating und Singeldasein konnte ich so nicht immer nachvollziehen aber ich bin auch kein unglücklicher, selbstoptimierender Großstädter. Glaube ich zumindest.

In vielen liegt aber sehr viel Wahrheit und in Auszügen wird es geradezu philosophisch. Da geht es um Werte der Gesellschaft in die wir hineingepresst werden, bis wir selber glauben das uns nur noch der Konsum glücklich machen kann. Da geht es um die Beziehung zu sich selbst und anderen. Nicht nur um Liebesbeziehungen. Die meisten Datinggeschichten hinterließen bei mir einen schalen Nachgeschmack. Vielleicht weil die Frauen dabei oft nicht gut weg kommen und ich eine Frau bin. Ich will gar nicht abstreiten das es solche Dates wie im Buch tatsächlich gibt. Ich denke aber das es auch andere gibt und die im Buch zu kurz kommen. Die Sichtweise auf die Dinge ist mir doch in Bezug auf die Liebe zu negativ. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück. 

Glück ist auch so ein Thema im Buch. Ich glaube schon das Michael Nast in vielen Dingen den Zahn der Zeit trifft und das macht das Buch auch unterhaltsam. Wie der Schweighöferfilm zum lesen. Die eingebaute Berliner Schnauze tut ihr übriges. Wobei ich mich mit den berlinspezifischen Klischees und Themen als Rheinländerin überhaupt nicht auskannte. Ich glaube dadurch sind mir ein paar Insider entgangen. Man merkt doch stark den Berliner Großstadt Flair auch an Hand der Themen. In den einzelnen Abschnitten wiederholen sich immer mal wieder Aussagen und Geschichten. Das hat mich etwas irritiert. Als ob dir ein Freund immer wieder die selbe Geschichte erzählt. Das Buch bringt einen dazu über sein eigenes Leben nach zu denken und zu hinterfragen, ob man wie die beschriebenen Singles festhängt oder eben in meinem Leben doch alles ganz anders ist. Das ist ja nicht schlecht. Sich  mal zu fragen ob man sich selber wirklich den Job, die Freundin, das Auto, das Haus gewünscht hat und ohne das nicht glücklich sein könnte oder, ob uns das nur von Werbung und Gesellschaft suggeriert wird, wir im Grunde unseres Herzens aber leer sind. Hübsch gefilterte Instagrampersönlichkeiten die virtuell ein anderes Leben führen als in der Realität. 

Das alles wird von Michael Nast aufs Korn genommen und hinterfragt. Bei vielem will man aufschreien und sagen, nein ich nicht. Bei mir ist alles echt. Doch dann bleibt da ein winziger nagender Ast zurück und man fragt sich ob man wirklich so frei und unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen und Standards ist. Da geht es im Buch nicht nur um Liebesbeziehungen. Da geht es auch um die Beziehung zu uns selbst, dass macht das Buch zur charmanten Gesellschaftskritik. Seine Single Geschichten sind mir zu sehr Klischee. Wer einen Beziehungsratgeber sucht ist hier völlig falsch. Ich finde auch den Titel 'Generation Beziehungsunfähig' nicht so passend. Denn es geht im Buch um viel mehr. Nicht alle Punkte sind für mich wirklich zutreffend oder reif ausgearbeitet aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass überhaupt darüber nachgedacht wird. Das Buch ist ein sehr guter Denkanstoß. Egal ob man nun schon über 30 ist oder noch nicht.

Zum Buch, 239 Seiten, erschienen bei edel ----> http://www.edel.com/buch/release/michael-nast/generation-beziehungsunfaehig/

Zu Seite von Michael Nast : http://www.michaelnast.com/bücher

Ich wünsche Euch einen nachdenklichen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Donnerstag, 14. April 2016

Verstossene des Lichts - Lara Adrian



Ich wollte schon länger mal einen der romantischen Vampirromane von Lara Adrian lesen, erfreuen sie sich im Romantasybereich doch wachsender Beliebtheit. Verstossene des Lichts ist eigentlich Band 13 ihrer Midnight Breed Reihe. Ich habe das Buch aber einzeln und ohne die Vorgänger zu kennen gelesen und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Man kann das Buch also gut auch einzeln lesen.

In diesem Band geht es um Rune, einen Cagefighter der nicht nur mit den Gegnern im Ring, sondern auch mit sich selbst zu kämpfen hat. Denn er hat eine brutale Vergangenheit, die er gerne vergessen würde. Er kann sein Glück gar nicht zulassen, als sich ausgerechnet die attraktive Carys in ihn verliebt. Die Tochter eines Oberhaupts der Vampirbruderschaft und noch dazu eine Vampirin mit ganz besonderen Fähigkeiten. Trotz der großen Unterschiede verlieben sie sich, doch ihre Liebe könnte für beide tödlich sein, denn Rune wird von seiner Vergangenheit eingeholt. 

Das ganze Buch ist wirklich ein solider Fantasy und Vampirroman. Die Story ist spannend, es geht rauf und runter und man bekommt jede Menge sexy Time, die man ja auch erwartet. Aber, und das ist jetzt nur mein persönlicher Eindruck. Die sehr plastisch beschriebenen Sexszenen im Buch haben mir die Fantasystimmung ein bisschen verdorben. Es ist nicht so, dass ich solche erotischen Szenen nicht gerne mal lese. Ich ziehe da zum Beispiel Vergleiche mit der Black Dagger Reihe. Vom Thema und Aufbau sind die Bücher ja sehr ähnlich. Trotzdem wollte sich bei mir in Lara Adrians Buch keine emotionale Nähe aufbauen. Diese Szenen dienten für mich nicht der Emotion.

Es war wie Pornografie zum lesen, einfach ein bisschen drüber und zuviel des Guten. Das war wirklich richtig schade. Vor allem weil es weder am Schreibstil der Autorin scheitert, der ist nämlich sehr gut, noch am Thema der Geschichte. Mir gefiel schlicht und einfach die Beschreibung nicht, sie war mir zu plump. Das schlimmste ist das die Geschichte im Buch auch ohne diese Szenen wunderbar funktionieren würde. Wir haben interessante Charaktere, Carys ist eine starke Protagonistin die weiß was sie will und die man nie so richtig zu Wort kommen lässt, bloß weil sie eine Frau ist. Rune ist der perfekte Hardliner mit weichem Kern und unglaublich attraktiv. Die ganzen 314 Seiten lang habe ich mir gewünscht das Carys endlich aufsteht und auf den Tisch haut und Rune rettet. Zum Glück passierte am Ende auf den letzten Seiten dann auch noch etwas das mich versöhnlich stimmte. Warum müssen Frauen in vielen Fantasyroman immer nur das Mäuschen sein das gut aussieht ? Warum gibt es so wenige Autorinnen/Autoren die ihre weiblichen Figuren stark und weiblich sein lassen ? 

Wie gesagt später im Buch bekommt Carys die Chance zu zeigen was in ihr steckt und das hat mir gut gefallen. Ich hätte gerne mehr solcher Szenen gehabt und auch mehr über z. b. die Atlantiden (im Buch zusätzlich auftauchende Personen) erfahren. Die Story hat nämlich noch Potential für viel mehr. Ich hätte gerne eine Konzentration auf die Story gehabt. Deswegen bleibt Lara Adrian für mich mit dem Buch hinter ihrem Potential zurück. Sexszenen schön und gut, aber für mich scheinen sie nur zum polarisieren eingebaut worden zu sein und die Story drum rum, hätte es eigentlich viel mehr verdient noch weiter ausgearbeitet zu werden. 

Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen, wenn ich eben diese Szenen wegdenke war es eine wirklich coole Geschichte. Es gab von ihnen am Anfang des Buches mehr, als später im Verlauf. Im weiteren spielte dann doch die Action und Runes Geschichte eine größere Rolle. Ab da gefiel mir das Buch deutlich besser. Der ein oder andere sieht das bestimmt auch völlig anders als ich. Man muss auch Vampirromane einfach lieben. Wer genau nach so etwas sucht der ist mit dieser Reihe goldrichtig.

Zum Buch erschienen im Egmont LYX Verlag -----> http://www.egmont-lyx.de/buch/verstossene-des-lichts/

Ich wünsche euch einen actionreichen Tag

Eure Paloma Pixel





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Samstag, 9. April 2016

Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben - Matt Haig





Depressionen, oder auch der "schwarze Hund" wie Churchill sie genannt hat, sind in der Öffentlichkeit ein Tabuthema. Spricht doch einmal jemand darüber, dann hat das ganze immer einen Hauch von Schicksal. Ach Gott der Arme. Zum Glück sind wir alle so glücklich. Depressionen kriegen nur die anderen. Psychische Erkrankungen im allgemeinen sind ein Stigma das sich selber niemand an tun möchte. Ausserdem ist es doch schrecklich "In", ein bisschen durchgeknallt und verrückt zu sein. So hipstermässig gut drauf, auffällig zu sein aber eben nicht wirklich verrückt.

Eine hohe Zahl an Depressiven begeht Selbstmord. Es erkranken zwar mehr Frauen als Männer aber mehr Männer bringen sich um. Das thematisiert auch Matt Haig in seinem Buch. Über Selbstmord möchte die Öffentlichkeit noch viel weniger reden. Oft wird es als persönliche Schwäche der Person angesehen. Ein nicht Betroffener kann sich einfach nicht vorstellen was Depressionen wirklich bedeuten und wohin sie einen Menschen treiben können. Es ist eben nicht mit aufmunternden Durchhalteparolen getan. Depression ist eine Erkrankung. Bei Krebspatienten käme niemand auf die Idee zu sagen : wird schon alles, Augen zu und durch, reiß dich mal zusammen.

Ist es die Angst vor der großen weiten Unbekannten Psyche, die uns vor Erkrankungen eben dieser so zurückschrecken lässt? Es ist so unsichtbar, eine erkrankte Psyche kann man eben nicht sehen und nicht in die Hand nehmen. Von jetzt auf gleich kann ohne Vorwarnung alles passieren. Es kann jeden treffen. Selbst der glücklichste Mensch auf Erden ist nicht immer nur glücklich. Jeder von uns kennt dunkle Tage. Wie aber muss ich es mir vorstellen, wenn diese Dunkelheit übermächtig und dauerhaft wird ? Wie sehen Depressive die Welt und warum fällt ihnen das Leben plötzlich so schwer ?

Matt Haig erklärt uns "Normalos" diese Welt aus seinen Erfahrungen heraus. Sie sind vielleicht nicht auf jeden Depressiven zu 100 % passend, da es eben unter 1000 Depressionen, 1000 verschiedene gibt. Aber zum ersten mal bekam ich beim lesen eine Ahnung davon, was es wirklich bedeutet depressiv zu sein. Wie es sich anfühlt und das es nicht mit einer allgemeinen Traurigkeit vergleichbar ist. Nach den ersten 20 Seiten musste ich eine Träne verdrückend feststellen, dass ich in meinem Leben zwar schon einmal traurig, aber definitiv noch nie depressiv war. Matt Haig findet so klare, ausdrucksstarke Worte für seine Gefühle. Sie reißen einen mit in eine Welt, die sonst verborgen von den Stirnen der Erkrankten ist. "Man kann den Menschen nur bis vor den Kopf gucken"

Das Buch ist ein bisschen Autobiografie, ein bisschen Philosophie und ein bisschen Ratgeber zusammen. Matt Haig erzählt nicht nur seine Krankheitsgeschichte, er beschreibt in wunderbaren Worten den Sturm der depressiven Gefühle in seinem Innern. Ein Genesungsprozess der über Jahre ging und bis heute noch anhält. Was ihm dabei geholfen hat. Besonders schön die eingeflochtenen Selbstgespräche zwischen seinem damaligen und seinem zukünftigen Ich. Denn damals glaubte er nicht an eine Zukunft, er glaubte daran das er tot sein würde. Er hatte nicht nur eine Depression, sondern dazu auch noch eine Angststörung. Das Buch macht auf wundersame Weise Mut, obwohl es doch so dunkle Themen behandelt. Es ist sein Manifest des Lebens und kann ein schlaues Buch, sowohl für Betroffenen als auch für Angehörige sein. Denn gerade den Angehörigen fällt es oft schwer sich wirklich in die Lage des Erkrankten zu versetzten. Hier hat Matt Haig uns diese Imagination abgenommen. Man muss nur das Buch lesen und wenn man auch nur einen Hauch von Empathie und Verständnis besitzt, wird man verstehen.

Das Buch ist nicht traurig. es ist auf seine Art witzig, manchmal ein bisschen sarkastisch und lebensbejahend. Es gibt Depressiven das Gefühl das sie nicht alleine sind und das die Schwärze irgendwann nicht mehr so schwarz sein wird.

Zum Buch, 303 Seiten erschienen im dtv Verlag ----> http://www.dtv.de/buecher/ziemlich_gute_gruende_am_leben_zu_bleiben_28071.html

Ich wünsche euch einen sonnigen Tag

Eure Paloma Pixel


dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.


Donnerstag, 7. April 2016

Alle Toten fliegen hoch - Amerika - Joachim Meyerhoff



Was erwarte ich von einem Buch das ein Austauschjahr in Amerika beschreibt ?

Ich hätte mir dieses Buch niemals von alleine ausgesucht, aber die ARD Buffet Leserunde, gegründet auf Facebook von der phantastischen Buchkolumne aka Karla Paul tat es. Ich wollte gerne mitlesen. Trotzdem oder auch gerade darum. Denn ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen bewusst Bücher zu lesen, die ausserhalb meiner Komfortzone liegen. Die mich weiterbringen und mich über meinen Fantasy- und Jugendbuch Tellerrand blicken lassen.

Es ist mir gelungen oder besser Joachim Meyerhoff ist es gelungen. Autobiographisch beschreibt das siebzehnjährige Ich des Autors sein Jahr. Er startet mit einer kleinen Einleitung aus seiner Kindheit in der man bereits merkt, dass er kein Problem damit hat auch die Peinlichkeiten seines Lebens vor uns auszubreiten. Ich erinnere mich prägnant an eine Szene mit einer Lederhose und einer Riesenrutsche. Auch an seinem ersten Abend in Amerika geht nicht alles glatt. Eröffnet er dort doch seine erste Übernachtung mit einem Nasenblutenmassaker in seiner frischen Bergmotivbettwäsche.

Man könnte jetzt meinen es geht immer so weiter. Ereignis an Ereignis und doch bleibt es beim schnöden Alltag eines Austauschjahres, aber dem ist nicht so. Es ist zum einen Meyerhoffs schöne Sprache die zum weiterlesen einlädt zum anderen kommt es im Buch zu einem Knacks. Von da an ist das Austauschjahr, wie eine Reise zurück zu sich selbst, denn es geht auch um Trauer und Verlust. Ein siebzehnjähriger nabelt sich ab von seinem für mich oft überbehüteten Kleinstadt Zuhause und geht in die weite Welt. Ich denke jeder kann sich einen Augenblick in Meyerhoffs Situationen zu Hause fühlen. Jeder wird sich einen Moment an seine Kindheit oder Jugend erinnern. Viele Jugendliche werden sich aktuell heute in seinem Ich wiederfinden. Jeder wird eine Sekunde der Trauer empfinden und auf alle Fälle wird absolut jeder etwas zum lachen in diesem Buch finden. Das macht es vielleicht auch so besonders.

Ich wusste oft nicht ob ich mich über ihn lustig machen sollte, weil viele Situationen einfach urkomisch und auch peinlich waren oder ob ich Mitleid haben sollte. Bei manchen Sachen wusste ich nicht ob ein siebzehnjähriges Ich überspitzt, übertreibt oder ob es sich wirklich so zugetragen hat. Besonders gut beschrieben fand ich aber wie die ganze Familie mit dem Thema Trauer umgeht ohne das es kitschig übertrieben wäre. Für mich waren dort echte Emotionen beschrieben wie sie wirklich sind. Ohne Schnörkel, mitten aus dem Leben. Wenn man selber schon in einer Situation war, einen geliebten Menschen zu verlieren, könnte es hart sein diese Szenen zu lesen oder auch gut, weil man sich dort aufgehoben fühlen kann, weil hier einer schreibt der es selbst erlebt hat.

Jeder der ein Austauschjahr plant sollte dieses Buch lesen, als Vorbereitung. Jeder der schon immer von einem Jahr im Ausland geträumt hat, es aber nie getan hat, sollte dieses Buch lesen und überhaupt jeder sollte dieses Buch lesen. Meyerhoff schafft es Alltag interessant zu machen indem er alles kleinstgenau beschreibt und mich erinnerte es ein bisschen an peinliche Lagerfreuergeschichten mit Freunden. Es wird Bier getrunken und gelacht und man schaut in die Flammen und erinnert sich an früher und weiß das es nicht immer einfach war, aber gut.

Uns erwarten nun noch zwei Folgebände und ich werde auch diese Lesen. der Zweite Band ' Wann wird es endlich wieder so wie es nie war' und der dritte Band 'Diese Lücke Ach diese entsetzliche Lücke'. Meyerhoff schafft es einfach tragisch-komisch über ein Tabuthema zu schreiben, den Tod. Vielen Menschen fällt es sehr schwer darüber zu sprechen. Hier finden sie ausgesprochen was sie selber vielleicht nie sagen konnten. Hier kann man beim lesen im stillen Kämmerlein bemerken das man nicht alleine ist. Sicher sind manchmal die Alltagsbschreibungen zu lang oder auch zu konstruiert. Nicht in jeder Szene und in jeder Passage schafft Meyerhoff es, jeden mit zu nehmen aber mich hat er komplett erreicht.

Das diskutieren und lesen in der Leserunde hat mir auch sehr gut gefallen. Es war schön zu lesen was andere so über das Buch denken und ob der eigene Eindruck ganz anders ist. Jeder von uns nimmt ja ein Buch doch immer sehr subjektiv auf. Gerade bei diesem Buch kommt es für mich auch auf die persönlichen Erfahrungen an die ein Mensch schon gemacht hat bevor er das Buch liest.

Zur grandiosen Leserunde im ARD Buffet liest Kreis: https://www.facebook.com/groups

Zum Buch, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch , 230 Seiten : http://www.kiwi-verlag.de/buch/alle-toten-fliegen-hoch

Zur Buchkolumne : http://www.buchkolumne.de


Ich wünsche euch einen american day

Eure Paloma Pixel



dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.



Dienstag, 5. April 2016

Der Komet im Cocktailglas



Florian Feistätter nimmt uns mit auf eine Reise zu den Sternen und durch unseren Alltag. Wer beim Beititel 'Wie Astronomie unseren Alltag bestimmt' an Zeitschriften Horoskop gedacht hat liegt hier ganz falsch.
Mann könnte das Buch eher mit Wissenschaft kompakt oder Sendung mit der Maus für erwachsene Astrophysiker vergleichen. Es wird oft, doch recht mathematisch- naturwissenschaftlich und technisch. Trotzdem ist es verständlich erklärt, so dass auch jemand wie ich, der mit Mathe und Physik auf Kriegsfuß steht alles versteht.

Wie war das nochmal mit Ebbe und Flut? Wie schnell ist das Licht wirklich und woher kommt die Energie in meiner Erbsensuppe ? Wir wandern über die Straßen unsere Stadt, durch den Park, unter dem Sternenhimmel, in die nächste Bar und das alles hat mit Astronomie zu tun.
Hättest du nicht gedacht ? Ich auch nicht. Da sieht man wieder, dass wir nur ein kleines Sandkorn im Getriebe unseres Kosmos sind und trotzdem alles auf einander einwirkt. Der Planet rotiert und wir stehen deswegen im Wind. Das Wasser auf unserer Erde verdanken wir Asteroiden und der Mond hat doch weniger mit unseren Schlafproblemen zu tun als gedacht. 

Für uns alle eigentlich Grundlagen der Allgemeinbildung, die man aber gerne verdrängt oder wirklich noch nicht gehört hat. Man sollte sich von ein paar umständlich, langen Erklärungen nicht abschrecken lassen. Das Thema ist durchaus interessant zusammen gefasst und der Spaziergang durchs Universum lockert doch alles gut auf. Da kann man die ein oder andere Länge verzeihen. Am Anfang des Buches ist man neugierig und wissbegierig. Später im Buch fiel es mir doch manchmal schwer den Ausführungen weiter zu folgen. Es war ein bisschen Informationsoverload. Freistätter schweift oft sehr ab um etwas zu erklären und ich wusste dann nicht mehr, beim welcher  der erklärenden Erklärung ich mich nun befand.

Das fand ich ein bisschen schade da ich wirklich finde das jeder diese Grundlagen wissen sollte. Man bekommt ein ganz neues Bewusstsein dafür wie alles zusammen hängt vom kleinsten Atom bis zu den Weiten des Kosmos.

Zum Buch erschienen im Hanser Verlag geht es --->hier*

Ich wünsche Euch einen galaktischen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.

Samstag, 2. April 2016

Das Café am Rande der Welt - John Strelecky



Eine Erzählung über den Sinn des Lebens.

Ein Mann ist auf der Suche und weiß selbst nicht wo nach. John ist ziemlich gestresst und braucht dringen Urlaub. Doch seine Reise verläuft nicht so wie gedacht. Er strandet im Café am Rande der Welt und wird dort plötzlich mit Fragen konfrontiert, die er sich noch nie gestellt hat. Während er Eier mit Speck und Kuchen isst, erörtert er mit uns den Sinn und Zweck des Lebens. Er erfährt am eigenen Leib, dass dies nicht so einfach ist und was man von einer grünen Meeresschildkröte alles lernen kann. 

Das kleine Büchlein (nur 126 Seiten) ist ja bereits so etwas wie ein Klassiker geworden. Nicht nur für Leute die selber auf der Suche sind, auch für alle Philosophie Interessierten oder diejenigen die einfach mal ein kurzes Buch, zum rausreißen aus dem stressigen Alltag brauchen. Es beruhigt und man fühlt sich ein bisschen besser nach der Lektüre. Mir geht es nicht weit genug. Die Erörterungen sind gut und schlüssig aber auch etwas zu einfach. Vielleicht denke ich aber auch zu kompliziert ? Ich war weder gestresst noch stellte ich mir die Frage nach dem Sinn meines Lebens. Vielleicht war ich zu zufrieden mit mir selbst während der Lektüre des Buches ? Es ist nett und man sollte nicht hungrig sein während man es liest, da John ziemlich viel frühstückt.

Für jeden der das nicht ist, ist das Buch empfehlenswert. Für mich war es eine gute Erinnerung, dass es mehr als Arbeit und Geld im Leben gibt und eine schöne Bestätigung, dass ich schon sehr viel in meinem Leben mache das mich glücklich macht. Ein schönes Buch zum Ankommen oder zum Beginnen von etwas Neuem, auch für jeden der an sich selber immer Zweifelt. Es kann ein guter Anfang sein. Es ist auch gut in einem Rutsch zu lesen. Ich selber habe nur eine knappe Stunde gebraucht. Die Illustrationen im Buch sind auch gelungen und untermalen das ganze farbig. Trotzdem hätte ich mir noch mehr Tiefgang gewünscht.

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Ich wünsche euch einen sinnvollen Tag

Eure Paloma Pixel

dieser Text enthält meine eigenen Gedanken und für die kann man nicht Haftbar gemacht werden, diese dürfen auch nicht ohne meine Zustimmung weiter veröffentlicht werden , Fotos wurden von mir selbst geschossen und dürfen auch nicht weiter veröffentlicht werden. Coverrechte liegen beim Verlag.